Zum Inhalt springen
medienbewusst.de - kinder. medien. kompetenz.
Ist gerade etwas passiert? Zur Soforthilfe

Pia Ampaw: „Kinder können heute den ganzen Tag einschalten“

Ein Kind sitzt auf dem Teppich vor einem Tablet, eine erwachsene Hand zeigt auf den Zähler der automatisch startenden nächsten Folge.
Nicht die Sendung entscheidet, wann Schluss ist, sondern die Eltern - mit einem Blick auf den Autoplay-Zähler.

Pia Ampaw moderierte bis 2006 den Kinderkanal, bevor sie zu QVC wechselte. Ihr Interview von 2011 im Wortlaut, dazu was zur Bildschirmzeit heute gilt.

Pia Ampaw moderierte von 2003 bis 2006 beim Kinderkanal, unter anderem die Live-Sendung Kikania, und ist seit Jahren als Moderatorin bei QVC zu sehen. 2011, zum 14. Geburtstag des Senders, sprach sie mit medienbewusst.de über diese Zeit. Das Interview im Wortlaut steht weiter unten, dazu, was aus den Sendungen von damals geworden ist und was Fachleute heute zur Bildschirmzeit sagen.

Wer Pia Ampaw ist

Pia Ampaw wurde laut ihrer Künstleragentur A1 Team am 5. Januar 1981 geboren und lebt in Köln. Sie moderierte dort 2003 bis 2006 beim Kinderkanal unter anderem die Live-Sendung Kikania sowie Wunschfilm, Sandmann, Spielbox, KI.KA Live, den KI.KA Liedersommer und den KI.KA Adventskalender. Im Interview selbst nennt sie als ihre eigene Zeit beim Sender 2002 bis 2005 - ein Widerspruch zur Agenturangabe, der hier stehen bleibt, statt ihn zu einer Zahl zu verschmelzen.

Nach dem Kinderkanal moderierte Ampaw laut Agenturprofil 2007 bis 2009 bei Super RTL die Formate Witzig Putzig und Dragonfly TV, 2010 die Web-Show Ehrensenf, von der im Interview selbst die Rede ist. Sie spielte außerdem in Serien wie „Verbotene Liebe“, „Die rote Meile“ und „Alphateam“. Heute ist sie als Moderatorin bei QVC bekannt: Die offizielle Moderatorenübersicht des Senders führte sie laut einer archivierten Fassung vom 30. Januar 2026 weiterhin unter den aktuellen Gesichtern des Senders.

Das Interview im Wortlaut (2011): Von Kikania zu KI.KA Live

Der Kinderkanal wurde am 01.01.2011 stolze 14 Jahre alt. Anlässlich dieses Jubiläums führt medienbewusst.de Interviews mit drei wichtigen Moderatoren durch. Nachdem KI.KA-Urgestein Juri Tetzlaff die Entwicklungen und Veränderungen der Anfangstage des Senders beschrieben hat, erklärt nun Pia Ampaw was für Erfahrungen sie in ihren vier Jahren beim Kinderkanal gemacht hat und was jetzt anders ist. Von 2002 - 2005 moderierte Ampaw mehrere Formate, unter anderem die Sendung „Kikania“, der Vorgänger des heutigen „KI.KA Live“.

Frau Ampaw, Sie waren von 2002-2005 beim Kinderkanal tätig. Wie sind Sie damals zum Kinderkanal gekommen?

Ich bin über meine damalige Agentur zu diesem Sender gekommen. In der Agentur wurde ein Video aufgezeichnet, das wurde zum Kinderkanal geschickt und über dieses Video bin ich dann zum Casting gekommen.

Wie verlief das Casting?

Im Casting wurden Teile der Sendungen, die es damals gab, nachgespielt, in meinem Fall war es Kikania, jetzt mit dem Namen KI.KA Live.

Kikania haben Sie dann auch moderiert. Könnten Sie kurz unseren Usern erläutern worum es in dieser Sendung ging?

Kikania war eine interaktive Spielshow, in der es Gäste und ein Zuschauerpublikum gab. Zwischendurch wurden immer Zeichentrickserien gezeigt und die Kinder konnten in einer virtuellen Welt Spiele spielen. Es traten zwei Schulklassen gegeneinander an und am Ende gab es einen Tagessieger.

Wie haben Sie die Änderung von Kikania auf KI.KA Live miterlebt?

Bei Kikania waren außer mir, noch Juri und Singa, die jetzt das Kleinkinderprogramm machen, dabei. Dann wurde die Sendung aufgeteilt. Lukas und ich haben KI.KA Live moderiert und Juri und Singa haben das Vormittagsprogramm und nachmittags das Sandmännchen gemacht.

Damals gab es ja noch nicht das Baumhaus, das Juri jetzt macht. Das ist eine Art Verabschiedung. Es gab zwar immer eine Verabschiedung am Ende des Tages aber jetzt durch das Baumhaus hat das Ganze einen richtigen Rahmen bekommen, innerhalb dessen man auch was zur Jahreszeit usw. erzählen kann. Danach kommt dann das Sandmännchen.

Fortsetzung: Was sich seither verändert hat

Wenn Sie nochmal an diese Zeit zurückdenken: Gibt es große Unterschiede zum Kinderkanal von heute?

Viele Dinge sind ähnlich geblieben, wie zum Beispiel die Stimmen, die die Sendungen ansagen. Was natürlich auch gleich geblieben ist, ist dass es weiterhin keine Werbung gibt. Was sich ein bisschen verändert hat, das hab ich jetzt durch eine Mutter erfahren, die auch Kinder hat, dass kommende Sendungen jetzt angeteasert werden.

Das gab es früher nicht, so dass die Kinder nicht unbedingt auch noch die nächste Sendung gucken wollten. Die Mutter meinte auch, dass die Sendungen jetzt schneller hintereinander kommen, so dass die Kinder nicht wirklich zum Abschalten kommen und auch noch die nächste Folge sehen wollen. Was noch neu dazu gekommen ist, ist das Kikaninchen, das gab es damals noch nicht, das ist für die ganz Kleinen.

Sie haben auch schon für SuperRTL gearbeitet, welche signifikanten Unterschiede zum Kinderkanal sind Ihnen aufgefallen?

Es sind beides Sender mit denen ich sehr gerne gearbeitet habe, jeweils in tollen Teams. Da Super-RTL ein privater Sender ist, gibt es da natürlich Werbung, aber ich denke, dass man sich sehr gut aus beiden Sendern etwas raussuchen kann.

Wenn Sie die Kindersendungen Ihrer Kindheit mit denen von heute vergleichen: Was fällt Ihnen auf?

Es gibt mittlerweile viele animierte und viel weniger gezeichnete Sendungen. Was es damals auch nicht gab ist, wenn eine Sendung oder eine Figur erfolgreich ist, dass man dann alles davon kaufen kann, also das ganze Merchandising. Als ich klein war gab es eine einzige Sendung und die konnte man gucken oder man hat es gelassen. Es gab also gar nicht die Diskussion, ob man noch weiter gucken kann. Kinder haben heute hingegen die Möglichkeit den ganzen Tag einzuschalten und zu gucken, was sie wollen.

Was sind Ihre weiteren Pläne?

Ich arbeite derzeit für das Internetmagazin "Ehrensenf". Das ist eine politisch-satirisch moderierte Show in der auch dazwischen besondere Websites, lustige Sachen, Innovationen und Kurzfilme gezeigt werden. Außerdem habe ich wieder angefangen Theater zu spielen. Da Bibi Blocksberg gerade 30 Jahre alt geworden ist, proben wir zurzeit im Cocomico Köln für das Stück „Bibi Blocksberg Super-Show“.

medienbewusst.de bedankt sich bei Pia Ampaw für das Interview und wünscht weiterhin viel Erfolg.

Was heute gilt: Dauerprogramm und Bildschirmzeit

Ampaws letzter Satz im Interview trifft, was seither dazugekommen ist: Kinder können heute nicht nur den ganzen Tag einschalten, sie finden auf Mediatheken und Streaming-Plattformen auch noch die nächste Folge automatisch vorgeschlagen. Eine medizinische Leitlinie von 2023 nennt dafür feste Zeiten nach Alter.

AlterEmpfehlung der Leitlinie (Elternfassung)
0 bis 3 Jahre„Bis drei: Bildschirmfrei!“
3 bis 6 Jahre„Höchstens 30 Minuten an einzelnen Tagen und mit einem Erwachsenen!“
6 bis 9 Jahre„Höchstens 30-45 Minuten an einzelnen Tagen und mit einem Erwachsenen!“
9 bis 12 Jahre„Höchstens 45-60 Minuten freizeitliche Bildschirmnutzung!“

Die Leitlinie trägt den Stand Juli 2023 und war laut eigener Angabe für Juli 2026 zur Überprüfung vorgesehen; bis zu einer Neufassung gilt sie mit diesem Stand weiter. Für Mediatheken und Streaming-Angebote nennt die Leitlinie keine eigene, weniger strenge Grenze - die Zeiten gelten für Bildschirmmedien insgesamt.

Was Eltern daraus machen können

  1. Feste Endzeit statt offenem Programm

    Vereinbaren Sie vorher, nach welcher Folge Schluss ist - nicht erst, wenn die nächste schon angeteasert läuft.

  2. Autoplay gemeinsam einordnen

    Zeigen Sie Ihrem Kind, dass die nächste Folge von selbst startet, und wie es den Abspielknopf stoppt.

  3. Mediathek und TV gleich behandeln

    Die Zeitgrenze gilt für Streaming genauso wie fürs lineare Programm - ein Wechsel des Geräts ist keine Verlängerung.

  4. Merchandising-Wünsche besprechen

    Figuren aus Lieblingssendungen gibt es heute fast immer auch als Spielzeug. Besprechen Sie Wünsche, statt sie automatisch zu erfüllen.

  5. Selbst Vorbild sein

    Legen Sie das eigene Gerät während der gemeinsamen Zeit weg.

Zum Mitnehmen

Woran Sie sich halten können

Vier Punkte aus Interview und Leitlinie:

  • Vorher eine feste Zahl Folgen oder eine Endzeit vereinbaren.Wirkt gegen das automatische Weiterschauen, das Ampaw schon 2011 als neu beschrieb.
  • Autoplay und Teaser kennen und bei Bedarf abschalten.Viele Mediatheken und Streaming-Dienste bieten das in den Kindersicherungseinstellungen an.
  • Die Alterszeiten der Leitlinie als Richtwert nehmen.6 bis 9 Jahre: 30 bis 45 Minuten; 9 bis 12 Jahre: 45 bis 60 Minuten freizeitliche Bildschirmnutzung.
  • Merchandising-Wünsche besprechen statt automatisch erfüllen.Das ganze Zubehör zu einer Sendung gab es laut Ampaw früher nicht in diesem Umfang.

Ist Pia Ampaw noch bei QVC?

Die offizielle Moderatorenübersicht von QVC führte sie laut einer archivierten Fassung vom 30. Januar 2026 weiterhin als aktuelle Moderatorin.

Was hat Pia Ampaw beim Kinderkanal gemacht?

Sie moderierte laut ihrer Agentur 2003 bis 2006 unter anderem Kikania, Wunschfilm, Sandmann, Spielbox, KI.KA Live, den KI.KA Liedersommer und den KI.KA Adventskalender; im Interview selbst nennt sie 2002 bis 2005.

In welchen Filmen und Serien war Pia Ampaw zu sehen?

Laut Agenturprofil unter anderem in „Verbotene Liebe“ (2011-2012), „Die rote Meile“ (1999-2000) und „Alphateam“ (2000).

Was Kinder heute neben dem linearen Programm anschauen, zeigen Kinderseiten, die taugen und Netflix kindersicher machen. Wie sich Fernsehen und Internet über die Jahrzehnte entwickelt haben, ordnet Vom Buchdruck zum Internet: Die Geschichte der Medien ein.

Zuletzt geprüft am 05.10.2026

Quellen

Redaktioneller Stand

Geprüft am
05.10.2026
Geprüft von
Redaktion medienbewusst.de
Belege
3 Quellen, unten vollständig aufgeführt
Wiedervorlage
04.10.2028

Wir prüfen Angaben gegen die Stelle, die zuständig ist - Gesetzestext, Behörde, Anbieter oder Studie - und nennen sie. Veraltet eine Angabe, gilt das Datum oben als Hinweis darauf, wie alt sie ist. Wie wir arbeiten

Das könnte weiterhelfen