Die Tigerenten Filmbox

30. November 2008

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Was muss ich tun, damit ein Mensch im Fernsehen größer wirkt? Wie muss ich schneiden, damit ein Film spannend wirkt? Warum muss ich bei manchen Filmen weinen? Die Jahresaktion „Augen auf!- Kamera läuft!“ des „Tigerenten Clubs“, einer Sendung des SWR, gab Kindern Antworten und unternahm den Versuch, ihre Medienkompetenz zu schulen.


Seit über zehn Jahren macht der “Tigerenten Club” erfolgreich Programm und versucht Kinder in Bezug auf ihr Engagement und ihre Eigeninitiative zu mobilisieren und zu motivieren. Die Sendung richtet sich dabei an Kinder zwischen sechs bis zwölf Jahren, fördert ihre Neugier, bietet ihnen Orientierung und versucht sie mit alltäglichen Themen zu konfrontieren.
Die Medien, vor allem das Fernsehen, gehören heute zum Alltag eines jeden Kindes. Darum ist es umso wichtiger, sie in ihrer Medienkompetenz zu schulen. Experten bezeichnen diese Fähigkeit als ebenso wichtig wie Lesen, Schreiben und Rechnen. Genau diese versucht die „Tigerenten Filmbox“ bei Kindern zu schulen. Bei der Vorstellung sagte Baden-Württembergs Ministerpräsident Günther Oettinger: “Ein konstruktiver Umgang mit Medien ist für Kinder eine zentrale Schlüsselqualifikation”. Er lobte die Filmbox als “vorbildliches Projekt”, das Kindern Fähigkeiten vermittle, Medien kennen zu lernen und benutzen zu können. Es sei wichtig, Kindern “konstruktive Distanz zu Medien” beizubringen, so Oettinger weiter.

Die „Tigerenten Filmbox“ besteht aus mehreren Bestandteilen, die Kindern dabei helfen sollen, ihre eigenen Erfahrungen mit dem Thema Film und Fernsehen zu machen. So schulen die interaktive Lernsoftware mit einem speziell für Kinder entwickeltem Schnittprogramm, die DVD „Mehr als Fernsehen – hinter den Kulissen des Tigerenten Clubs“ und das Sachbuch „Clever einschalten!“ Kinder Schritt für Schritt in Sachen Filmproduktion. Für weitere Praxisnähe sorgen Vorlagen für Dreh- und Produktionspläne und die enthaltenen Drehgenehmigungen. Eine echte Filmklappe, für das Hollywood-Gefühl, ist in der „Tigerenten Filmbox“ ebenfalls enthalten. Alle Bestandteile sind so konzipiert, dass sie auch einzeln genutzt werden können:

Die CD-ROM mit spannenden Filmen und Spielen, sowie nützlichen Anleitungen und Checklisten für den eigenen Film, vermittelt Kindern journalistische und technische Grundlagen der Filmproduktion. Dabei beziehen sich alle Themen auf konkrete Praxisbeispiele. So drehte das SWR speziell für diese Software zwei Filmbeispiele- einen Fantasy- Spielfilm und eine Zoo-Reportage, die sich als roter Faden durch das Konzept ziehen. Diese Filmsequenzen sollen den Kindern schrittweise den Entstehungsprozess eines Films nahe bringen, wobei in den einzelnen Abschnitten genauer auf verschiedene ästhetische filmische Mittel und die technische Umsetzung eingegangen wird. Die CD-ROM arbeitet weiterhin mit einem Belohnungssystem. Die Kinder müssen demnach bestimmte inhaltliche Stränge frei spielen, um sich anschließend ihr persönliches Filmdiplom ausdrucken zu können. Ihren selbst gedrehten Film können sie dann in einem umfassenden Schnittprogramm schneiden, dabei tolle Effekte wie Überblendungen, Titelkarten, Farbkorrekturen und vieles mehr einsetzen und sogar eigenständig vertonen.

Die Making-of-DVD „Mehr als Fernsehen – Hinter den Kulissen des Tigerenten Clubs“ zeigt, wie Fernsehen gemacht wird. In einer aufwendigen Dokumentation erhält Ihr Kind Informationen über die einzelnen Produktionsschritte -von der Idee bis zur fertigen Sendung. Weiterhin wird die Arbeitsweise der Redakteure, Drehbuchautoren und der Regie beleuchtet. Ihr Kind ist somit live bei allen wichtigen Entscheidungen der Redaktion, des Dreh- und Schnittteams dabei. Hierbei beschrieben die Macher anschaulich, wie Fernsehen gemacht wird und lüften für die Kinder sogar ihre Tricks und Kniffe.

Das beiliegende Sachbuch gibt in kindgerechter Sprache eine umfassende Einführung in die Medien. Es fragt, wie Film und Fernsehen produziert werden- also wie kommt das Bild ins TV-Gerät? Wie sieht das ABC der Filmsprache aus?. Aber auch das „Warum“ steht hierbei im Fokus – Warum bringen mich Filme manchmal zum Lachen, zum Weinen? Warum bekomme ich Gänsehaut und Alpträume? Den Kindern wird genau erklärt, wie Sendungen und Filme entstehen, was Formate sind und wie man sie unterscheidet, wie eine Doku-Soap inszeniert ist, wie die Teilnehmer gecastet  oder wie Werbefilme hergestellt werden.

Auch wenn die Jahresaktion bereits abgelaufen ist, stellt die „Tigerenten Filmbbox“ ein interessantes Angebot dar. Kinder sollten lernen, wie man zum einen die neuen Medien nutzt und wie man zum anderen kreative Medieninhalte selbst produziert. Die Anzahl verschiedener Formate in der heutigen Fernsehlandschaft ist beinahe unüberschaubar. Ab einem gewissen Alter kann jeder für sich selbst entscheiden, welche Sendungen man, mit welcher Konsequenz, im Fernsehen anschaut. Die meisten Kinder jedoch konsumieren ungefiltert, was ihnen vor die Linse kommt. Sie sind meist noch nicht in der Lage zu entscheiden, was ein sinnvolles Fernseprogramm ist und was nicht. Der SWR lieferte mit seiner Jahresaktion und der Vermittlung von Medienkompetenz einen sinnvollen Lösungsansatz für dieses Problem.

Annika Heselbarth

Quellen:
http://www.kindernetz.de/tigerentenclub/aktion/-/id=6116/1czyk76/index.html
http://www.goodnews-stuttgart.de/Verspielt/%E2%80%9EClever-einschalten%E2%80%9C-a404.html
http://www.presseportal.de/pm/7169/1156108/swr_suedwestrundfunk
http://www.kindernetz.de/tigerentenclub/aktion/kamera/-/id=90862/property=download/nid=87936/1wuywgu/swr_tigerentenclub_elterninfo.pdf
http://www.kindersoftwarepreis.de/index.php?id=212

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