Fernsehinhalte können Ängste auslösen

15. März 2009

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Sie planen eine gemütlichen Fernsehabend mit Ihrem Kind und entscheiden sich für einen Film oder eine Sendung, die in Ihren Augen kindergerecht ist. Doch Achtung: Es kann passieren, dass Kinder das Fernsehangebot ganz anders aufnehmen, als Sie. Schnell können scheinbar harmlose Themen und Geschichten Ängste in Ihrem Kind auslösen.

„Heidi“- ein Film für Kinder- doch auch dieser kann bei den Kleinen Angst auslösen. Oft knüpfen eben solche Kinderfilme an individuelle Wünsche und Interessen der Kinder an und manchmal behandeln sie Themen, welche die Kinder ohnehin innerlich beschäftigen. Im Beispiel von „Heidi“ ist es das Thema „Trennung von den Eltern“, was angesprochen wird. Wenn die Hauptdarstellerin aus der Idylle des Großvaters und ihrer Heimat gerissen und ins fremde Frankfurt gebracht wird, kann es durchaus vorkommen, dass Kinder verängstigt reagieren. Dann muss das Thema „Trennung“ bzw. „Alleinsein“ erstmal verarbeitet werden, um sich danach wieder dem Medieninhalt widmen zu können.

Ähnlich verhält es sich auch mit Walt Disney-Filmen. In der Geschichte „König der Löwen“ soll der kleine Löwe beispielsweise das Reich seines Vaters übernehmen, weil dieser getötet wurde. An der Stelle müssen erstmal die dramatischen Bilder sowie das Thema „Elternverlust“ verarbeitet werden. In solch einer Situation brauchen Kinder umso mehr das Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit von ihren Eltern.

Zu den Sendungen, die ebenfalls noch Angst auslösen können, zählen zum einen Nachrichtensendungen, in denen oftmals Unglücke und Katastrophen gezeigt werden. Hier sind die Kinder besonders betroffen, wenn sie schon einmal etwas Ähnliches erlebt haben oder wenn Kinder als Opfer gezeigt werden. Zum anderen gehören Tier-und Naturfilme dazu. Kinder bekommen zum Beispiel Angst bei Szenen, in denen ein großes Tier ein kleines angreift, oder wenn Tiere in Filmen bedroht werden, wie zum Beispiel “Flipper” in seinen Filmen. Solch eine Form von Gewalt nehmen Kinder sehr intensiv wahr, weil sie mit ihnen mitleiden und sich manchmal ebenso wehrlos und schutzbedürftig fühlen.

Selbst bei harmlosen Zeichentrick-Filmen können Ängste geweckt werden. Kinder erkennen nicht immer, dass es sich bei diesen Figuren nur um Fiktion handelt. Manche Kinder glauben, dass diese Gestalten ein ebenso reales Leben führen wie sie und deswegen gehen sie auch davon aus, dass die gezeigte Gewalt real sei. Es entsteht also der Eindruck, dass sich ihre Lieblingsdarsteller, wie Tom und Cherry, wirklich weh tun. Dabei sind es nicht die gewalthaltigen Szenen an sich, die Angst machen, sondern die sichtbaren Folgen, wie zum Beispiel, wenn das Opfer blutet oder ins Krankenhaus muss. Allerdings erscheint Zeichentrickgewalt weniger schlimm, wenn sich die Taten im Sinne des Helden als gute Taten rechtfertigen lassen.

Das eigentliche Gefährliche ist, wenn Kinder nicht die Gelegenheit bekommen, das Gesehene zu verarbeiten. Teilweise können sich die Kleinen nicht mit Worten mitteilen, weil sie nicht die richtigen finden. Sie bedürfen dann besonderem Schutz und Sicherheit ihrer Eltern. Ihnen sollte das Gefühl von absoluter Geborgenheit gegeben werden. Außerdem ist es hilfreich, Kindern die Möglichkeit zu geben ihre Emotionen, die das Fernsehen ausgelöst hat, in Rollenspielen oder Zeichnungen zu verarbeiten und so ein gutes Ende von Filmen, Serien und so weiter selbst herbeiführen zu können. Manchmal reicht es auch dem Kind zu erklären, was jetzt Realität und was Fiktion war.

Eine weitere Verarbeitungsmethode von Kindern kann das „Rumhampeln“ vorm Fernseher sein. Deswegen sollten Eltern hier aufmerksam sein und das Kind nach dem Grund für sein Verhalten fragen. Allgemein kann man sagen, dass Dunkelheit, Schatten-und Lichtspiele im Fernsehen beunruhigend wirken, sowie laute oder plötzliche Geräusche und übernatürliche Wesen. Bei letzteren hält es sich die Waage zwischen Angst und Faszination.

Beachten Sie aber auch, dass die beschriebenen Szenen nur beispielhaft gewählt sind. Jedes Kind –abhängig von Alter und Entwicklungsstand- nimmt gewisse Fernsehinhalte anders auf. Sind Sie deshalb nicht zu ängstlich in der Auswahl der Fernsehinhalte, sondern schauen Sie einfach gemeinsam mit Ihrem Kind Fernsehen, beobachten Sie das Verhalten Ihres Schützlings und besprechen Sie die gesehenen Inhalte. So kann auch einem gemütlichen Fernsehabend nichts mehr im Weg stehen.

Denise Tobian

Quellen:
http://www.katholisch.de/1433.html

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