Das Buch der Zaubertränke (Wonderbook) – In virtuelle Welten eintauchen


In der Hexenküche geht es drunter und drüber. Allerhand von interessanten Zutaten schauen uns an und… Moment, die Zutaten schauen uns an? Mit dem „Buch der Zaubertränke“, dem Nachfolger des „Buches der Zaubersprüche“ der Wonderbook-Reihe rühren wir Tränke und Mixturen zusammen und zaubern in der Welt von Harry Potter und Co was der virtuelle Zauberstab hergibt.

Lustig und mit Sicherheit auch befremdlich dürfte es auf den einen oder anderen Besucher der gamescom gewirkt haben, als wir von medienbewusst mit vollem Körpereinsatz und wie wild in der Luft des Playstation-Standes rumrührten. Das Problem ist nämlich, dass wir nicht wirklich gezaubert haben. Wir haben lediglich mit einem Playstation-Move-Controller, eine schwarze Bedienung mit einer Kugel vorn dran, über einem Zauberbuch aus Pappe herumgerührt, vor einer Kamera. Die beeindruckenden Resultate konnte man nur auf dem Bildschirm sehen, leider.
Außerdem ist dieses Spiel für die Playstation 3 mit dem Move-Controller entwickelt worden und ist entsprechend vorerst für die PS3 verfügbar.

Kleinhacken und kräftig rühren
Das Prinzip bei Magic Book-Spielen ist dies, dass man mit Hilfe einer Unterlage, dem Magic Book und dem Controller im Spiel interagieren kann. Das Ziel bei diesem Wonderbook ist, dass die Spieler um den Goldenen Kessel kämpfen, um herauszufinden, ob sie wirklich das Zeug haben, meisterhafte Zaubertrankbrauer zu werden! Die Reise führt den Spieler dabei durch die Tiefen der Kerker zurück in das Zaubertranklabor von Hogwarts, wo alle möglichen magischen Gebräue gemischt werden können. So rührt man vor dem Bildschirm in der Luft rum, doch im Spiel häckselt man Kräuter oder sorgt dafür, dass der Topf nicht überkocht. Dabei kann man sein Werkzeug nach Bedarf ändern und tauscht etwa den Löffel gegen ein Messer, denn damit lassen sich Pflanzen am besten kleinhacken.
Das Spaßige ist, dass man nach Rezept kocht und häckselt. Auch wenn einem das Rezept für einen Liebestrank oder einen Trank für Unterwasseratmung nicht gleich einfallen möchte. Nun gut, nach einem genauen Rezept richtet man sich nicht, aber eine grobe Reihenfolge der zahlreichen Zutaten muss schon eingehalten werden, denn der Kessel soll ja nicht überlaufen oder gar ein Bein bekommen und davonhüpfen.
Eine große Auswahl an exotischen Zutaten steht bereit und unsere magische Küchenhilfe steht uns mit Rat und Tat zur Seite. Neben der magischen Küchenhilfe gibt es sonst keinerlei Hilfe vom Spiel. Braucht es aber auch nicht, da man großartig nicht viel falsch machen kann. Unnötige Texteinblendungen und andere reinploppende Meldungen würden auch nur die Atmosphäre und das Spielgefühl unterbrechen. Mit einem „rührt schneller um, damit der Trank nicht überschäumt“ oder mit einem „hackt die Zutaten in möglichst gleichgroße Teile“ sorgt sie dafür, dass wir ordentlich ins Schwitzen kommen.
Denn das ganze Herumgewedel geht mit der Zeit in die Arme und sorgt für sportliche Aktivität der, ja gern faul genannten Spieler. Neben vielen Tränken, Mixturen und Zaubersprüchen, geht es in der Hexenküche heiß her und nicht selten ruft das Chaos den einen oder anderen Lacher hervor.

Spielprinzip
Die Grafik ist im Grunde vollkommen ausreichend für diese Art von Spiel. Sie vermischt bunte und düstere Grafik im comicartigen Stil. Sie ist also nicht wirklich überragend, aber auch nicht abstoßend hässlich. Im Grunde passend. Geräusche, Musik und Sprache, kurzum der gesamte Klang der Spiele sind passend, auch wenn man sich an manchen Stellen einige Tipps oder lustige Kommentare mehr gewünscht hätte. Über den Playstation 3 – Move-Controller lässt sich das ganze erleben, das notwendige Magic Book aus Pappe ist natürlich bei den Spielen inklusive. Die notwendige Kamera sowie dem speziellen Controller muss man aber extra kaufen und liegt nicht dem Spiel bei. Alles was man also zum Spielen braucht, ist ein Move-Controller, eine Kamera für die PS3, das Magic Book und ausreichend Platz, damit man nicht versehentlich etwas umwirft. Und natürlich einen Bildschirm, die PS3 und das Spiel, aber das dürfte selbstverständlich sein.
Etwas neues, Innovatives gibt es zu den Vorgängern nicht. Der einzige Unterschied ist das Thema, mit dem sich das jeweilige Magic Book befasst. Die Steuerung und Interaktionsmöglichkeiten ähneln den vorherigen Teilen sehr, sind aber trotzdem gelungen und fesselnd für die, vor allem jüngeren Spieler.

medienbewusst.de meint:
Das Spiel überzeugt durch seine Art. Vor der Kamera fuchtelt man hin und her und auf dem Bildschirm sieht man, mehr oder weniger, das Resultat. Es würde sich sogar für Partyabende anbieten, an denen man sich ohnehin zum Affen machen würde. Spaß bei Seite. Die Spiele der Wonderbook-Reihe sind alle sehr liebevoll gestaltet und überzeugen durch ihre Interaktionsmöglichkeiten. Allein der spaßige Faktor der sportlichen Betätigung spart Trainingsstunden im Fitnesscenter. Wonderbook ist ein fantasievolles Spiel für Jung aber auch für ältere Spieler und dürfte für Harry Potter-Fans ein Muss sein.

Michael Zierenner

Bildquelle:
© playstation.com