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Die JIM-Studie 2008 im Rückblick: Internet der Jugend damals und heute

Ein Vater und seine Tochter schauen gemeinsam auf einem Sofa auf ein Smartphone und besprechen die Privatsphäre-Einstellungen eines Profils.
Die Plattformen haben sich seit 2008 ausgetauscht, die Frage nach der sichtbaren Privatsphäre ist geblieben.

2008 nutzten 97 Prozent der Jugendlichen das Internet rund zwei Stunden täglich, vor allem in schülerVZ und studiVZ. Was sich seither verändert hat und welche Vorsicht beim Profil bis heute gilt.

2008 nutzten laut JIM-Studie 97 Prozent der 12- bis 19-Jährigen in Deutschland das Internet, im Schnitt 120 Minuten am Tag - vor allem zum Chatten in schülerVZ, studiVZ und MySpace. schülerVZ und studiVZ sind heute abgeschaltet, MySpace ist bedeutungslos geworden. Die aktuelle JIM-Studie 2025 misst gar keine allgemeine Onlinezeit mehr, sondern die Bildschirmzeit am Smartphone: 231 Minuten täglich im Schnitt, bei volljährigen Jugendlichen über viereinhalb Stunden.

Damals und heute im Vergleich

Damals (JIM-Studie 2008)Heute (JIM-Studie 2025)
97 % der 12- bis 19-Jährigen online, im Schnitt 120 Minuten am TagKeine allgemeine Onlinezeit mehr gemessen - Bildschirmzeit am Smartphone: 231 Minuten am Tag
Meistgenutzte Netzwerke laut offener Nennung: schülerVZ (45 %), studiVZ (12 %), MySpace (10 %)Wichtigste Apps: WhatsApp (84 %), Instagram (rund ein Drittel), Snapchat (24 %), TikTok (23 %)
schülerVZ und studiVZ sind abgeschaltet, MySpace ist bedeutungslos gewordenWhatsApp, Instagram, Snapchat und TikTok sind aktiv in Nutzung

Die JIM-Studie 2008 im Rückblick

Nach eigener Schätzung verbrachten die Internetnutzer 2008 montags bis freitags 120 Minuten am Tag im Netz, Jungen 127 und Mädchen 113 Minuten. 73 Prozent nutzten regelmäßig einen Instant Messenger, 57 Prozent waren Mitglied einer Online-Community und 29 Prozent chatteten in Chatrooms. Bekannteste Community war schülerVZ mit 45 Prozent Nennung, vor studiVZ (12 Prozent) und MySpace (10 Prozent).

Der Originalbeitrag endete 2009 mit einer Mahnung zu persönlichen Daten in diesen Netzwerken, die heute für Instagram und TikTok genauso gilt:

Hier liegt eine sehr große Gefahr! Nicht nur, dass diese Daten durch vielerlei Hand missbräuchlich verwendet werden können, auch bei späteren Bewerbungen für einen Beruf können gerade solche sehr persönlichen Online-Profile eine Stolperfalle bilden und den in Aussicht stehenden Arbeitsplatz gefährden. Es sollte sich also jeder genau überlegen, welche Daten oder Fotos er veröffentlicht, denn das Internet vergisst nie etwas!

Was heute gilt

Die Netzwerke sind andere, die Fragen bleiben gleich. Laut JIM-Studie 2025 zählen 12- bis 19-Jährige WhatsApp (84 Prozent), Instagram, Snapchat (24 Prozent) und TikTok (23 Prozent) zu ihren wichtigsten Apps - YouTube kommt nur noch auf rund ein Fünftel. Eine allgemeine Online-Zeit erhebt die Studie nicht mehr, weil sich Internet- und Gerätenutzung kaum noch trennen lassen.

Stattdessen wird die Bildschirmzeit am Smartphone gemessen: im Schnitt 231 Minuten täglich, bei 12- bis 13-Jährigen 166 Minuten, bei volljährigen Jugendlichen 278 Minuten - über viereinhalb Stunden. Was 2008 die „Nutzungszeit des Internets“ war, heißt heute Bildschirmzeit, weil beides sich kaum noch trennen lässt.

Was Eltern heute tun können

  1. Bildschirmzeit gemeinsam ansehen

    Lesen Sie die Bildschirmzeit direkt vom Smartphone ab, statt die Nutzung nur zu schätzen - die JIM-Studie selbst stützt sich inzwischen auf diese Gerätedaten.

  2. Über die aktuellen Plattformen sprechen

    Fragen Sie konkret nach Instagram, Snapchat und TikTok - nicht nach schülerVZ oder studiVZ, die es seit Jahren nicht mehr gibt.

  3. Profil gemeinsam durchgehen

    Schauen Sie sich mit Ihrem Kind an, wer das Profil sehen kann und welche Fotos, der Name oder die Schule öffentlich stehen.

  4. Über Datenspuren reden

    Erklären Sie, dass Fotos und Texte im Netz oft länger bleiben als gedacht - die Sorge von 2009 gilt unverändert, nur die App heißt heute anders.

  5. Gemeinsame Regeln statt Verbote

    Nutzen Sie die aktuellen Zahlen als Gesprächsanlass: Wie viel Bildschirmzeit ist in Ordnung, und was bleibt privat?

Zum Mitnehmen

Was beim digitalen Profil heute zählt

Vier Punkte, unabhängig davon, welche App gerade aktuell ist:

  • Ist das Profil auf privat gestellt?Nur bekannte Personen sehen dann Fotos und Beiträge.
  • Stehen Schule, Adresse oder Telefonnummer öffentlich?Diese Angaben gehören nicht in ein für alle sichtbares Profil.
  • Weiß Ihr Kind, dass Fotos im Netz bleiben können?Auch nach dem Löschen können Kopien bei anderen existieren.
  • Gibt es in der Familie eine Regel für neue Apps?So entscheiden Sie gemeinsam, bevor ein neues Netzwerk zum Streitpunkt wird.

Wie sich solche Absprachen dauerhaft halten, steht unter Medienregeln in der Familie. Eine Orientierung nach Alter gibt Medienzeit für Kinder: Tabelle nach Alter. Wer unsicher ist, ob die Nutzung schon zu viel ist, findet Anhaltspunkte im Elternfragebogen zur Handysucht.

Zuletzt geprüft am 05.10.2026

Quellen

Redaktioneller Stand

Geprüft am
05.10.2026
Geprüft von
Redaktion medienbewusst.de
Belege
2 Quellen, unten vollständig aufgeführt
Wiedervorlage
04.10.2028

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