Die deutsche Fernsehlandschaft: welche Sender zusammengehören
Fast alle bekannten Sender gehören zu ARD/ZDF oder zu einem der beiden großen privaten Konzerne RTL Deutschland und ProSiebenSat.1 - hier die Übersicht.
Eine einzige Liste aller deutschen Fernsehsender gibt es nicht, aber eine klare Ordnung: Auf der einen Seite stehen die öffentlich-rechtlichen Sender von ARD und ZDF, finanziert über den Rundfunkbeitrag. Auf der anderen Seite teilen sich vor allem zwei private Konzerne die bekanntesten Programme - die Mediengruppe RTL Deutschland und ProSiebenSat.1. Welcher Sender zu welcher Gruppe gehört, steht in der Tabelle unten.
Die drei großen Gruppen im Überblick
| Gruppe | Bekannte Sender | Eigentümer / Finanzierung |
|---|---|---|
| ARD/ZDF (öffentlich-rechtlich) | Das Erste, ZDF, KiKA, Landesrundfunkanstalten der ARD (z. B. WDR, BR, MDR) | Rundfunkbeitrag, 18,36 Euro monatlich pro Wohnung |
| Mediengruppe RTL Deutschland | RTL, VOX, ntv, Super RTL, NITRO, RTL Crime, RTL Living, RTL Passion | Teil des Bertelsmann-Konzerns (RTL Group), Werbung und RTL+ |
| ProSiebenSat.1 | ProSieben, Sat.1, Streaming-Plattform Joyn, Produktionsmarke Seven.One Studios | Aktien überwiegend im Streubesitz, größte Aktionäre MFE MediaForEurope und PPF Group |
Öffentlich-rechtliche Sender finanzieren sich über den Rundfunkbeitrag: Jede Wohnung in Deutschland zahlt dafür unabhängig von der Personenzahl 18,36 Euro im Monat, eingezogen vom ARD ZDF Deutschlandradio Beitragsservice. Private Sender wie RTL oder ProSiebenSat.1 finanzieren sich dagegen über Werbung, bei Spartenkanälen zusätzlich über Pay-TV-Gebühren.
So beschrieben wir die Sendergruppen 2012
Zuerst einmal wird bei Fernsehsendern zwischen öffentlich-rechtlichen und privatwirtschaftlichen Rundfunksendern unterschieden.
Die öffentlich-rechtlichen Kanäle finanzieren sich zum Großteil über die Rundfunkgebühren, während sich die privaten Sender komplett selbst finanzieren müssen. Dies geschieht überwiegend durch Werbeeinnahmen oder bei Pay-TV Sendern über die zu zahlenden Gebühren.
Die öffentlich-rechtlichen Sender bestehen aus der Arbeitsgemeinschaft der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten der Bundesrepublik Deutschland (ARD) und dem Zweiten Deutschen Fernsehen (ZDF). Die ARD setzt sich aus den Dritten Fernsehprogrammen, wie beispielsweise dem Mitteldeutschen Rundfunk (MDR), dem Westdeutschen Rundfunk (WDR) oder dem Bayrischen Rundfunk (BR) zusammen. Der Kinderkanal (KiKA) ist dabei ein Gemeinschaftsprogramm von ARD und ZDF.
Die drei bekanntesten Kindersender KiKA, SuperRTL und Nickelodeon gehören damit zu unterschiedlichen Senderverbunden. Der KiKA ist ein öffentlich-rechtlicher Sender. Durch die Gebührenfinanzierung ist im KiKA Programm kaum Werbung zu finden. Dagegen sind jedoch die privaten Sender Nickelodeon und SuperRTL auf Werbeeinnahmen angewiesen, um das gezeigte Programm finanzieren zu können.
Was heute gilt
Der Begriff Rundfunkgebühren ist seit der Reform 2013 veraltet: Öffentlich-rechtliche Sender finanzieren sich heute über den Rundfunkbeitrag, pro Wohnung 18,36 Euro im Monat, eingezogen vom ARD ZDF Deutschlandradio Beitragsservice.
Bei den privaten Sendern hat sich die Konzernlandschaft sortiert: Die Mediengruppe RTL Deutschland, Teil des Bertelsmann-Konzerns, betreibt laut KEK 15 Fernsehsender, darunter RTL, VOX, ntv, Super RTL, NITRO, RTL Crime, RTL Living und RTL Passion, dazu den Streamingdienst RTL+.
ProSiebenSat.1 ist die zweitgrößte private Sendergruppe. Die Aktien liegen überwiegend im Streubesitz, größte Aktionäre sind MFE MediaForEurope und die PPF Group. Zum Konzern gehören die Streaming-Plattform Joyn und die Produktionsmarke Seven.One Studios - die frühere Plattform Maxdome gibt es nicht mehr.
Auch außerhalb der beiden großen Gruppen hat sich etwas verschoben: Der Sportsender Sport1 gehört heute zur Schweizer Highlight Communications AG, nicht mehr zur früheren Constantin Medien AG. Wie die Beteiligungen an Nickelodeon und SuperRTL aktuell genau verteilt sind, ließ sich für diese Seite nicht erneut mit einer Primärquelle belegen.
Sendergruppe einordnen
Der Name hilft oft weiter: RTL, VOX oder NITRO gehören zur Mediengruppe RTL Deutschland, ProSieben und Sat.1 zu ProSiebenSat.1.
Werbung einordnen
Öffentlich-rechtliche Programme wie KiKA zeigen kaum Werbung, weil sie über den Rundfunkbeitrag finanziert sind. Bei privaten Sendern gehört Werbung zum Geschäftsmodell.
Programmbeschwerde nutzen
Bei Fragen zu einem konkreten Programm hilft die Programmbeschwerde der Medienanstalten unter die-medienanstalten.de weiter.
Beim Streaming vergleichen
Die klassischen Sender bieten eigene Streaming-Portale: RTL+ für die RTL-Sender, Joyn für ProSiebenSat.1. Dort lassen sich Inhalte und Altersfreigaben direkt prüfen.
Sendergruppe schnell einordnen
Vier Fragen, die beim Einordnen eines Senders helfen:
- Läuft im Programm viel Werbung?Das spricht für einen privaten, werbefinanzierten Sender.
- Taucht der Sendername auf der RTL- oder ProSiebenSat.1-Markenübersicht auf?Dann gehört er zu einer der beiden großen privaten Gruppen.
- Ist der Sender Teil von ARD oder ZDF?Dann finanziert er sich über den Rundfunkbeitrag und zeigt kaum Werbung.
- Gibt es zum Sender eine eigene Streaming-Plattform?RTL+ und Joyn zeigen oft weitere Folgen und Zusatzinhalte zum Programm.
Wie viele Fernsehsender gibt es in Deutschland?
Eine feste Zahl gibt es nicht, weil laufend Sender hinzukommen oder eingestellt werden. Allein die Mediengruppe RTL Deutschland betreibt laut KEK 15 Fernsehsender, dazu kommt ProSiebenSat.1 mit eigenen Programmen sowie die öffentlich-rechtlichen Sender von ARD und ZDF und zahlreiche kleinere Spartensender.
Welche Fernsehsender gehören zusammen?
Zur Mediengruppe RTL Deutschland gehören unter anderem RTL, VOX, ntv, Super RTL, NITRO, RTL Crime, RTL Living und RTL Passion. ProSiebenSat.1 vereint ProSieben, Sat.1 und die Streaming-Plattform Joyn. ARD und ZDF bilden zusammen mit KiKA die öffentlich-rechtliche Seite.
Welche Sender gehören zum ZDF?
Das ZDF ist eine eigenständige öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt und betreibt gemeinsam mit der ARD den Kinderkanal KiKA. Die Dritten Programme wie WDR, BR oder MDR gehören dagegen zur ARD, nicht zum ZDF.
Wer für sein Kind einschätzen möchte, welche Inhalte zum jeweiligen Sender passen, findet unter Medien sinnvoll nutzen und Netflix kindersicher machen weitere Einstiegspunkte. Wie sich die Medienlandschaft insgesamt entwickelt hat, zeigt Vom Buchdruck zum Internet: Die Geschichte der Medien.
Zuletzt geprüft am 05.10.2026
Quellen
- Der Rundfunkbeitrag · ARD ZDF Deutschlandradio Beitragsservice
- Unternehmenssteckbrief Bertelsmann SE & Co. KGaA/RTL Group S.A. · Kommission zur Ermittlung der Konzentration im Medienbereich (KEK)
- Unternehmenssteckbrief ProSiebenSat.1 Media SE · Kommission zur Ermittlung der Konzentration im Medienbereich (KEK)
- Marken-Übersicht RTL Deutschland · RTL Deutschland GmbH (media.rtl.com)
Redaktioneller Stand
- Geprüft am
- 05.10.2026
- Geprüft von
- Redaktion medienbewusst.de
- Belege
- 4 Quellen, unten vollständig aufgeführt
- Wiedervorlage
- 04.10.2028
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