Eine Weihnachtsgeschichte – der bekannteste Weihnachtsfilm für alle Altersklassen


„Eine Wihnachtsgeschichte“ – gerade in diesen Tagen ist sie wieder überall zu sehen und zwar in den unterschiedlichsten Versionen. Medienbewusst.de stellt Ihnen die überall bekannte Geschichte und vier Verfilmungen vor.

Charles Dickens´ “A Christmas Carol in Prose“ ist wörtlich übersetzt ein Weihnachtslied in Prosa, wird aber meist als „eine Weihnachtsgeschichte“ bezeichnet. Sie entstand im 18. Jahrhundert und wurde zuerst im Dezember 1842 mit Illustrationen von John Leech veröffentlicht. Die Geschichte wurde auf verschiedene Weisen verfilmt: als animierte Version, mit durch Puppen oder realen Schauspielern, mal nah an der literairschen Vorlage, mal etwas stärker abgewandelt.

Der fiese alte Geizhals Ebenezer Scrooge hasst nicht nur seine Mitmenschen, sondern im speziellen auch Weihnachten. Besonders sein Gehilfe Bob Cratchit und dessen Familie leiden unter seiner erbarmungslosen Hartherzigkeit. Sogar als sein Neffe ihn zum Weihnachtsessen einlädt, verspottet er diesen und lehnt die Einladung ab. In der Nacht vor Weihnachten wird Scrooge von dem Geist seines verstorbenen Geschäftspartners heimgesucht. Dieser erzählt ihm, dass er sein Leben ändern muss, um nicht – genau wie sein ehemaliger Partner – auf ewig verdammt zu sein. Scrooge wird in dieser Nacht von drei weiteren Geistern heimgesucht.
Der Geist der vergangenen Weihnacht führt Scrooge zurück in seine Kindheit. Schon damals war er alleine, ohne Freunde und von seiner Familie verstoßen. Das Geschöpf zeigt ihm aber auch, wie glücklich er mit seiner großen Liebe war und wie er diese für Geld und Erfolg aufgab.
Der Geist der diesjährigen Weihnacht geht mit Scrooge auf die Reise zu Cratchit. Er sieht, wie sehr die Familie unter dem Geiz und der Hartherzigkeit Scrooges leidet, da es ihnen an medizinischer Versorgung und Nahrung mangelt. Für Scrooge ist es erschütternd, zu sehen, wie sein Neffe ihn verhöhnt.
Schließlich führt der Geist der zukünftigen Weihnacht ihn zu einer Gruppe von Männern, die an einer Straßenecke über einen verstorbenen Knauser herziehen und zeigt ihm, dass die Menschen nicht einmal ein schlechtes Gewissen haben, diesen Toten zu bestehlen und die Beute zu verkaufen. Zu guter Letzt sieht er auch die Familie Cratchit, die um den an Unterversorgung gestorbenen kleinen Tim trauert. Um die Identität des Toten aufzuklären, führt der Geist Scrooge zu seinem eigenen Grab. Als dieser am Weihnachtsmorgen gesund und munter in seinem Bett erwacht, ist vollkommen er verwandelt. Er beauftragt einen kleinen Jungen damit, für Cratchit einen riesigen Truthahn zu kaufen, erhöht dessen Gehalt, spendet für die Armen und nimmt zu guter Letzt die Einladung seines Neffen an und feiert Weihnachten mit ihnen.

Diese vier Verfilmungen sind herausragende Werke für kleine und große Kinder.

Die Muppets – Weihnachtsgeschichte (ohne Altersbeschränkung)
Die allseits bekannten und beliebten Muppets spielen die Geschichte von Charles Dickens nach. Da ein Erzähler durch die Geschichte führt und auch einige witzige Szenen die teilweise gruseligen, unheimlichen Situationen auflockern, verängstigt der Film die jungen Zuschauer keineswegs.

Fazit: Eine wunderschöne Adaption der Weihnachtsgeschichte, die besonders für die kleinsten Zuschauer geeignet ist. Das hält jedoch auch ältere Zuschauer nicht davon ab, den Film zu verfolgen und sich in die eigene Kindheit zurückversetzt zu fühlen.

 

Charles Dickens‘ Weihnachtsgeschichte (ab 6 Jahren)
Die britische Fernsehfilmfassung ist durch schöne Kulissen gekennzeichnet. Die Handlung ist sehr nah am Original. Der Film überzeugt auch durch die schauspielerische Leistung von George C. Scott.

Fazit: Diese Version von 1984 kann so manches schreckhafte Kind an einigen Stellen verunsichern. Der Film sollte daher zusammen mit der Familie geschaut werden.

 

Disneys Eine Weihnachtsgeschichte – A Christmas Carol (ab 12 Jahren)

 

Eine der neueren Verfilmungen ist die Animation von Disney aus dem Jahre 2009. Nicht nur die Synchronsprecher leisten ganze Arbeit und schaffen es, den Zuschauer vollkommen in seinen Bann zu ziehen, auch die eingesetzte Performance-Capture-Technik, in der die Bewegungen und Mimik der Schauspieler gescannt und auf die animierten Figuren übertragen werden, begeistert. Jim Carrey spielt Ebenezer Scrooge in jedem Alter und auch alle drei Weihnachtsgeister, so konnte der unglaubliche Gesichtsakrobat sein Ausnahmetalent gleich in vier Rollen unter Beweis stellen.

Fazit: Die Animation wirkt so realitätsnah, dass sich der Zuschauer doch schnell gruselt, daher ist der Film eher für ältere Kinder geeignet.

 

Die Geister die ich rief (ab 12 Jahren)

 

Diese Verfilmung von 1988 ist eine freie Adaption der Geschichte und spielt in den späten Achtzigern. Bill Murray spielt den Fernsehproduzenten Francis Xavier Cross. Diese Rolle ist angelehnt an die Figur des Ebenezer Scrooge. Cross will für die Weihnachtsgeschichte einen Werbespot drehen, durch den die Zuschauer Angst bekommen sollen, den Film zu verpassen. Die Idee geht nach hinten los, denn der Spot ist so gruselig, dass eine Zuschauerin vor Schreck stirbt. Als Cross auch noch einen Angestellten feuert, der es gewagt hatte, ihn zu kritisieren, erscheint ihm der Geist seines ehemaligen Vorgesetzten. In Anlehnung an das Original erscheinen Cross im Folgenden auch die anderen drei Geister, woraufhin er sein Leben verändert und schließlich ein gütiger, liebenswerter und glücklicher Mensch wird.

Fazit: Die Geschichte ist besonders witzig, aber auch sehr skurril dargestellt und eher etwas für Jugendliche. Sie ist eine sehr freie Interpretation der Vorlage, daher nicht unbedingt dafür geeignet, den Zuschauern die Erzählung erstmalig näher zu bringen. Der Titel bildet jedoch einen Ansatzpunkt, noch ein weiteres sehr schönes Werk auf den Plan zu bringen, denn er beruht auf einem Zitat aus der Ballade „Der Zauberlehrling“ von Johann Wolfgang von Goethe.

 

Julia Dorsch