Eine Weihnachtsgeschichte: Die Verfilmungen und ab welchem Alter
FLIMMO bewertet die bekanntesten Filmfassungen von Dickens' Klassiker unterschiedlich streng: zwischen sieben und zwölf Jahren, je nachdem, wie gruselig die Geister ausfallen.
Von Charles Dickens' „Eine Weihnachtsgeschichte“ gibt es mehrere bekannte Verfilmungen, und sie passen zu unterschiedlichen Altersgruppen. Laut FLIMMO, dem Elternratgeber für TV und Streaming, ist die Muppets-Version ab 7 Jahren geeignet, die Realverfilmung „Die Geister, die ich rief“ ab 11 Jahren und Disneys Zeichentrickfassung erst ab etwa 12 Jahren, weil die Geister darin realistischer und gruseliger wirken. Für die britische Fernsehfassung von 1984 mit George C. Scott liegt keine aktuelle FLIMMO-Einschätzung vor.
Die vier bekanntesten Verfilmungen im Vergleich
| Verfilmung | Art / Länge | FLIMMO-Empfehlung (Besprechung 2024) | Verfügbarkeit laut FLIMMO |
|---|---|---|---|
| Die Muppets Weihnachtsgeschichte | Spielfilm mit Puppen, 87 Minuten | ab 7 Jahren | Disney+ |
| Charles Dickens' Weihnachtsgeschichte (TV-Fassung, 1984) | Realverfilmung mit George C. Scott | keine FLIMMO-Besprechung; FSK steht auf der Hülle | nicht geprüft |
| Disneys Eine Weihnachtsgeschichte | Animationsfilm, 96 Minuten | ab etwa 12 Jahren | Disney+ |
| Die Geister, die ich rief | Realverfilmung/Komödie, 101 Minuten | ab 11 Jahren | derzeit bei keinem Anbieter |
Die Geschichte: Scrooge und die drei Geister
Vorlage aller vier Filme ist Charles Dickens' Erzählung „A Christmas Carol in Prose“, meist „eine Weihnachtsgeschichte“ genannt. Die Geschichte wurde auf verschiedene Weisen verfilmt: als animierte Version, mit Puppen oder realen Schauspielern, mal nah an der literarischen Vorlage, mal etwas stärker abgewandelt.
Der fiese alte Geizhals Ebenezer Scrooge hasst nicht nur seine Mitmenschen, sondern im speziellen auch Weihnachten. Besonders sein Gehilfe Bob Cratchit und dessen Familie leiden unter seiner erbarmungslosen Hartherzigkeit. Sogar als sein Neffe ihn zum Weihnachtsessen einlädt, verspottet er diesen und lehnt die Einladung ab.
In der Nacht vor Weihnachten wird Scrooge von dem Geist seines verstorbenen Geschäftspartners heimgesucht. Dieser erzählt ihm, dass er sein Leben ändern muss, um nicht - genau wie sein ehemaliger Partner - auf ewig verdammt zu sein. Scrooge wird in dieser Nacht von drei weiteren Geistern heimgesucht.
Der Geist der vergangenen Weihnacht führt Scrooge zurück in seine Kindheit. Schon damals war er alleine, ohne Freunde und von seiner Familie verstoßen. Das Geschöpf zeigt ihm aber auch, wie glücklich er mit seiner großen Liebe war und wie er diese für Geld und Erfolg aufgab.
Der Geist der diesjährigen Weihnacht geht mit Scrooge auf die Reise zu Cratchit. Er sieht, wie sehr die Familie unter dem Geiz und der Hartherzigkeit Scrooges leidet, da es ihnen an medizinischer Versorgung und Nahrung mangelt. Für Scrooge ist es erschütternd, zu sehen, wie sein Neffe ihn verhöhnt.
Schließlich führt der Geist der zukünftigen Weihnacht ihn zu einer Gruppe von Männern, die an einer Straßenecke über einen verstorbenen Knauser herziehen und zeigt ihm, dass die Menschen nicht einmal ein schlechtes Gewissen haben, diesen Toten zu bestehlen und die Beute zu verkaufen. Zu guter Letzt sieht er auch die Familie Cratchit, die um den an Unterversorgung gestorbenen kleinen Tim trauert.
Um die Identität des Toten aufzuklären, führt der Geist Scrooge zu seinem eigenen Grab. Als dieser am Weihnachtsmorgen gesund und munter in seinem Bett erwacht, ist er vollkommen verwandelt. Er beauftragt einen kleinen Jungen damit, für Cratchit einen riesigen Truthahn zu kaufen, erhöht dessen Gehalt, spendet für die Armen und nimmt zu guter Letzt die Einladung seines Neffen an und feiert Weihnachten mit ihnen.
Die vier Verfilmungen im Einzelnen
Die Muppets Weihnachtsgeschichte
Die allseits bekannten und beliebten Muppets spielen die Geschichte von Charles Dickens nach. Da ein Erzähler durch die Geschichte führt und auch einige witzige Szenen die teilweise gruseligen, unheimlichen Situationen auflockern, verängstigt der Film die jungen Zuschauer keineswegs. Eine wunderschöne Adaption der Weihnachtsgeschichte, die besonders für die kleinsten Zuschauer geeignet ist. Das hält jedoch auch ältere Zuschauer nicht davon ab, den Film zu verfolgen und sich in die eigene Kindheit zurückversetzt zu fühlen.
Das war die Einschätzung der Redaktion von 2013. FLIMMO stuft den Film heute vorsichtiger ein, ab 7 Jahren und Grundschulalter - siehe die Tabelle oben.
Charles Dickens' Weihnachtsgeschichte (1984)
Die britische Fernsehfilmfassung ist durch schöne Kulissen gekennzeichnet. Die Handlung ist sehr nah am Original. Der Film überzeugt auch durch die schauspielerische Leistung von George C. Scott. Diese Version von 1984 kann so manches schreckhafte Kind an einigen Stellen verunsichern. Der Film sollte daher zusammen mit der Familie geschaut werden.
Disneys Eine Weihnachtsgeschichte (2009)
Eine der neueren Verfilmungen ist die Animation von Disney aus dem Jahre 2009. Nicht nur die Synchronsprecher leisten ganze Arbeit und schaffen es, den Zuschauer vollkommen in seinen Bann zu ziehen, auch die eingesetzte Performance-Capture-Technik, in der die Bewegungen und Mimik der Schauspieler gescannt und auf die animierten Figuren übertragen werden, begeistert.
Jim Carrey spielt Ebenezer Scrooge in jedem Alter und auch alle drei Weihnachtsgeister, so konnte der unglaubliche Gesichtsakrobat sein Ausnahmetalent gleich in vier Rollen unter Beweis stellen. Die Animation wirkt so realitätsnah, dass sich der Zuschauer doch schnell gruselt, daher ist der Film eher für ältere Kinder geeignet - FLIMMO setzt die Grenze bei etwa 12 Jahren.
Die Geister, die ich rief (1988)
Diese Verfilmung von 1988 ist eine freie Adaption der Geschichte und spielt in den späten Achtzigern. Bill Murray spielt den Fernsehproduzenten Francis Xavier Cross. Diese Rolle ist angelehnt an die Figur des Ebenezer Scrooge. Cross will für die Weihnachtsgeschichte einen Werbespot drehen, durch den die Zuschauer Angst bekommen sollen, den Film zu verpassen. Die Idee geht nach hinten los, denn der Spot ist so gruselig, dass eine Zuschauerin vor Schreck stirbt.
Als Cross auch noch einen Angestellten feuert, der es gewagt hatte, ihn zu kritisieren, erscheint ihm der Geist seines ehemaligen Vorgesetzten. In Anlehnung an das Original erscheinen Cross im Folgenden auch die anderen drei Geister, woraufhin er sein Leben verändert und schließlich ein gütiger, liebenswerter und glücklicher Mensch wird.
Die Geschichte ist besonders witzig, aber auch sehr skurril dargestellt und eher etwas für Jugendliche. Sie ist eine sehr freie Interpretation der Vorlage, daher nicht unbedingt dafür geeignet, den Zuschauern die Erzählung erstmalig näher zu bringen. Der Titel bildet jedoch einen Ansatzpunkt, noch ein weiteres sehr schönes Werk auf den Plan zu bringen, denn er beruht auf einem Zitat aus der Ballade „Der Zauberlehrling“ von Johann Wolfgang von Goethe.
Was heute gilt: die aktuelle FLIMMO-Einschätzung
FLIMMO hat drei der vier Verfilmungen im Juni 2024 besprochen (abgerufen am 04.10.2026). Die Muppets-Version gilt als gut gemacht für Kinder ab 7 Jahren, mit witzigen Puppen und einem Erzähler, der die gruseligen Momente abmildert. „Die Geister, die ich rief“ empfiehlt FLIMMO ab 11 Jahren, weil Tempo und derber Humor jüngere Kinder überfordern können. Für Disneys Zeichentrickfassung schreibt FLIMMO, Kinder ab etwa zwölf Jahren seien dem Geschehen gewachsen - die realistische Animation der Geister kann jüngere Kinder ängstigen.
Für die britische Fernsehfassung von 1984 gibt es keine aktuelle FLIMMO-Einschätzung. Die FSK-Kennzeichnung steht auf der Hülle der DVD; ohne Zugriff auf die FSK-Datenbank nennt diese Seite dazu keine Zahl.
Alter mit FLIMMO abgleichen
Prüfen Sie in der Tabelle oben, welche Verfilmung zum Alter Ihres Kindes passt, bevor Sie eine Version auswählen.
Verfügbarkeit prüfen
Die Muppets-Version und Disneys Fassung führt FLIMMO bei Disney+, „Die Geister, die ich rief“ ist laut FLIMMO derzeit nicht verfügbar - prüfen Sie das aktuelle Angebot vor dem Abend.
Geister-Szenen vorbesprechen
Sagen Sie jüngeren Kindern vorher, dass Geister auftreten, aber niemandem schaden - das nimmt die Spannung vor den gruseligen Stellen.
Bei Unsicherheit gemeinsam schauen
FLIMMO empfiehlt gemeinsames Schauen ausdrücklich für die Fernsehfassung von 1984 - das gilt auch für die anderen Versionen, wenn ein Kind am unteren Rand der Altersempfehlung steht.
Nach dem Film reden
Fragen Sie, was Scrooge am Ende anders macht als vorher - das verstärkt die Botschaft der Geschichte.
Passt die Verfilmung zum Alter Ihres Kindes?
Vier Fragen vor der Filmwahl:
- Ist Ihr Kind mindestens 7 Jahre alt?So empfiehlt FLIMMO die Muppets-Version.
- Kommt es mit schnellem Tempo und derbem Humor zurecht?Ab 11 Jahren laut FLIMMO bei „Die Geister, die ich rief“.
- Verträgt es realistisch wirkende, gruselige Geister?Disneys Animationsfassung hält FLIMMO erst ab etwa 12 Jahren für unbedenklich.
- Ist jemand zum gemeinsamen Schauen dabei?Besonders bei der Fernsehfassung von 1984 empfiehlt sich das.
Welche Verfilmungen von „Eine Weihnachtsgeschichte“ gibt es?
Bekannt sind unter anderem die Muppets-Version, die britische Fernsehfassung von 1984 mit George C. Scott, Disneys Zeichentrickfilm von 2009 und die freie Adaption „Die Geister, die ich rief“ von 1988. Alle vier erzählen Charles Dickens' Geschichte vom geizigen Scrooge nach.
Ab welchem Alter ist die Muppets-Weihnachtsgeschichte geeignet?
FLIMMO empfiehlt den Film ab 7 Jahren. Ein Erzähler begleitet die Geschichte und mildert gruselige Momente ab.
Ist Disneys Eine Weihnachtsgeschichte gruselig?
FLIMMO schreibt, die realistische Animation der Geister könne jüngere Kinder ängstigen, und empfiehlt den Film ab etwa 12 Jahren.
Ab welchem Alter passt „Die Geister, die ich rief“?
FLIMMO empfiehlt diese Realverfilmung ab 11 Jahren; jüngere oder empfindsame Kinder können mit Tempo und derbem Humor überfordert sein.
Wenn Sie nach weiteren Weihnachtsfilmen für verschiedene Altersgruppen suchen, hilft Medien sinnvoll nutzen bei der Auswahl. Wo Sie Streaming-Angebote wie Disney+ kindersicher einrichten, steht unter Netflix kindersicher machen. Wer die Geschichte lieber hört statt sieht, findet unter Podcasts und Hörspiele für Kinder Alternativen ohne Bildschirm.
Zuletzt geprüft am 05.10.2026
Quellen
- Die Geister, die ich rief ... - ab 11 Jahren · FLIMMO (JFF - Institut für Medienpädagogik) · 01.06.2024
- Die Muppets Weihnachtsgeschichte - ab 7 Jahren · FLIMMO (JFF - Institut für Medienpädagogik) · 01.06.2024
- Disneys Eine Weihnachtsgeschichte - nichts für Kinder! · FLIMMO (JFF - Institut für Medienpädagogik) · 01.06.2024
Redaktioneller Stand
- Geprüft am
- 05.10.2026
- Geprüft von
- Redaktion medienbewusst.de
- Belege
- 3 Quellen, unten vollständig aufgeführt
- Wiedervorlage
- 04.10.2028
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