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Honig im Kopf - Eine süße Idee

Ein Großvater schaut mit seinem erwachsenen Sohn und seiner Enkelin gemeinsam fern, im Hintergrund steht ein altes Hochzeitsfoto.
Wie im Film sucht die Familie gemeinsam einen Weg, mit dem Vergessen des Großvaters umzugehen.

Honig im Kopf steht für das Gefühl des Vergessens bei Alzheimer, so beschreibt es die Hauptfigur im Film von Til Schweiger. Medienbewusst.de hält den Film für eine sehenswerte, anspruchsvolle Familiengeschichte.

Die Formulierung stammt aus dem Mund der Filmfigur Amandus Rosenbach (Dieter Hallervorden): So beschreibt er selbst, wie sich seine beginnende Alzheimer-Krankheit für ihn anfühlt - nicht süß, sondern wie ein Nebel, der Erinnerungen verschwinden lässt. Im Film von Til Schweiger zieht der verwitwete Amandus deshalb zu seinem Sohn Nico und dessen Familie, was dort für Spannungen sorgt. Wie die Geschichte im Einzelnen verläuft, einschließlich der Reise nach Venedig, steht weiter unten.

Der Film auf einen Blick

WasAngabe
ArtDeutsche Tragikomödie
RegieTil Schweiger
HauptfigurenAmandus Rosenbach (Dieter Hallervorden), Nico (Til Schweiger), Sarah (Jeanette Hain), Tilda (Emma Schweiger)
ThemaAlzheimer-Erkrankung und Pflege in der Familie

Die Handlung des Films

Im Alter wird man vergesslich. So sagt man zumindest. Doch bei knapp 1,2 Millionen Menschen in Deutschland ist dieser Spruch nicht mit einem kurzen Lächeln abgetan. So viele leiden laut wissenschaftlichen Studien bei uns nämlich an der Alzheimer-Krankheit. Eine Krankheit bei der zunächst Gehirnregionen nicht mehr richtig funktionieren und schließlich absterben. Alzheimer ist die am weitesten verbreitete Form der Demenz. Betroffene werden zum Pflegefall, da sie ohne Hilfe von Außenstehenden nicht mehr in der Lage sind, ihr Leben zu gestalten.

Es fühlt sich an wie „Honig im Kopf“, beschreibt Amandus Rosenbach (Dieter Hallervorden) das Gefühl des Vergessens im gleichnamigen Film von Til Schweiger, der am 25. Dezember 2014 in die deutschen Kinos kam. Dort spielt er den greisen Vater von Nico (Til Schweiger) und Großvater von Tilda Rosenbach (Emma Schweiger). Zu Beginn ahnt die Familie noch nichts vom geistigen Zerfall des geliebten Opas.

Als er auf der Beerdigung seiner Frau jedoch eine völlig wirre Grabrede hält und sie später darauf bei der Polizei als vermisst meldet, beginnen erste Zweifel bei den besorgten Angehörigen aufzukeimen. Nico beschließt daraufhin, seinen Vater zu sich nach Hause zu holen, damit er im Kreis der Familie umsorgt werden kann. Dies führt jedoch zu einigem Disput mit seiner Frau Sarah (Jeanette Hain), die sich von den nachlassenden geistigen und motorischen Fähigkeiten ihres Schwiegervaters zunehmend unter Druck gesetzt sieht.

Als Amandus ziemlich wortwörtlich die lang geplante Gartenparty sprengt, soll er schließlich in ein Heim kommen. Die kleine Tilda kann dieses Unrecht, welchem sie ihren Opa ausgesetzt sieht, nicht ertragen und flieht mit ihm überstürzt Richtung Venedig, da dieser Ort eine besondere Rolle in der Vergangenheit Amandus‘ spielt. Doch die Reise verläuft nicht ohne Komplikationen und am Ende wird die ganze Familie lernen müssen, was wirklicher Zusammenhalt bedeutet.

medienbewusst.de meint

Honig im Kopf könnte man als Geheimtipp bezeichnen. Der Film zeigt nicht nur, welche Aufopferungsbereitschaft die heimische Pflege eines Dementen seiner Familie abverlangt, sondern weiß auch mit fast schon kindlicher Naivität, die unterschiedlichen Sichtweisen von Erwachsenen und Kindern auf das Thema zu verdeutlichen. Hallervorden spielt zudem fast schon erschreckend realistisch den alzheimer-kranken Rentner und macht das Leiden so für den Zuschauer sehr greifbar. Ernste Momente geben sich dabei mit fast schon unfreiwillig komischen die Klinke in die Hand und sorgen dafür, dass der Film spannend bleibt.

Wer sich nicht am teils etwas vulgären Humor stört, der kann sich auf eine mehr als sehenswerte deutsche Kinoproduktion freuen. Und selbst wenn man kein Fan von Til Schweiger ist, so kann man beruhigt sein. Bei diesem Werk spürt man, dass er das Richtige getan hat.

Für wen der Film passt

Der Film nimmt ein ernstes Thema kindgerecht auf, ohne es zu verharmlosen: Vergessen, Pflege und der Streit darüber, wie man am besten hilft. Für jüngere Kinder kann die Situation der Großeltern dadurch näher rücken als gedacht, etwa wenn im eigenen Umfeld jemand an Demenz erkrankt ist. Die im Film genannte Altersfreigabe steht oben in der Handlung. Eltern, die unsicher sind, schauen sich die ersten Minuten am besten gemeinsam mit dem Kind an und besprechen danach, was unklar blieb.

Passt der Film zu Ihrer Familie?

Fünf Fragen vor dem gemeinsamen Schauen:

  • Kennt Ihr Kind in der eigenen Familie jemanden mit Demenz?Dann kann der Film Gespräche erleichtern - oder zu nah sein. Das wissen Sie am besten.
  • Kommt Ihr Kind mit ernsten Themen wie Krankheit und Älterwerden in Filmen zurecht?Der Film spricht das Thema offen an, ohne es zu dramatisieren.
  • Stört es Sie, wenn im Film auch gröberer Humor vorkommt?medienbewusst.de weist oben ausdrücklich darauf hin.
  • Haben Sie nach dem Schauen Zeit für ein Gespräch?Die Themen Pflege und Vergessen wirken nach - reden Sie darüber.
  • Passt eine anspruchsvollere Tragikomödie zum aktuellen Filmabend?Der Film ist ernster als die meisten Familienfilme.

Was bedeutet „Honig im Kopf“?

Die Hauptfigur Amandus Rosenbach beschreibt damit im Film das Gefühl des Vergessens bei seiner Alzheimer-Erkrankung - die Handlung dazu steht oben.

Welche Krankheit hat Amandus in „Honig im Kopf“?

Er leidet an Alzheimer, der häufigsten Form von Demenz - im Film zeigt sich das zuerst an einer wirren Rede bei einer Beerdigung.

Wer spielt in „Honig im Kopf“ mit?

Dieter Hallervorden spielt Amandus, Til Schweiger seinen Sohn Nico, Jeanette Hain die Schwiegertochter Sarah und Emma Schweiger die Enkelin Tilda.

Wie geht „Honig im Kopf“ aus?

Amandus und Tilda reisen gemeinsam nach Venedig. Was dabei passiert und wie es für die Familie endet, steht in der Handlung oben.

Wer nach dem Film mit dem Kind über Medien und Gefühle sprechen möchte, findet unter Medien sinnvoll nutzen weitere Anregungen für gemeinsame Medienzeit. Wie gut andere Angebote fürs Kinderzimmer geeignet sind, zeigt Kinderseiten, die taugen, und einen Überblick über Apps nach Alter gibt Gute Apps nach Alter.

Zuletzt geprüft am 06.10.2026

Redaktioneller Stand

Geprüft am
06.10.2026
Geprüft von
Redaktion medienbewusst.de
Wiedervorlage
05.10.2028

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