Internet-Bullying


Jeder, der einmal eine Schule besucht hat, weiß, dass nie alle Kinder einer Schulklasse gut miteinander auskommen. Auch, dass sich die Kinder gegenseitig hänseln, ist kein neues Phänomen. Was jedoch neu ist beim Mobbing an Schulen, ist zum einen die Aggressivität, mit der Kinder gegeneinander vorgehen. Zum anderen hat sich das Mobbing teilweise vom Klassenraum in die scheinbar anonyme und grenzenlose Welt des Internets verlagert. Diese Form von Mobbing wird Cyber- Mobbing oder Internet-Bullying genannt.

Beim Internet-Bullying werden mediale Inhalte, wie Filme oder Fotografien ins Internet gestellt, durch welche Lehrer oder Mitschüler bloßgestellt und geschädigt werden sollen. In Extremfällen werden sogar ganze Internetseiten mit Hasstiraden erstellt. Doch auch das Verbreiten von Online-Gerüchten, die Weitergabe privater E-Mails oder das Schreiben von Nachrichten mit aggressivem Inhalt zählt zum Cybermobbing.

Bei dieser Art von Mobbing treten vorwiegend Jugendliche, welche die vielfältigen Möglichkeiten des Internets besonders stark nutzen, sowohl als Täter als auch als Opfer in Erscheinung. Aufgrund der großen Reichweite, der einfachen Art der Verbreitung und der Anonymität der Täter kann diese Form des Mobbings gefährliche Ausmaße annehmen.  Die Folgen, wie enorme Rufschädigung oder psychische Folgeleiden, welche sich für die Opfer solch öffentlicher Beleidigungen ergeben können, sind jedem ersichtlich. Jedoch kann Internet-Bullying auch für Täter ernsthafte Folgen haben. Denn unerwünschte Publikationen werden auch im Internet strafrechtlich verfolgt und können zu nicht unerheblichen Strafen führen.

Auf der Internetseite der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien werden einige Artikel des Strafgesetzbuches, die in diesem Fall in Frage kommen, aufgelistet und anschaulich erklärt. Hier finden Sie eine kleine Auswahl:

  • Beleidigung § 185 StGB („Depp“, „Idiot“)
  • Üble Nachrede und Verleumdung §§ 186 – 188 StGB (bewusst wahrheitswidrige Behauptung)
  • Verfassungsfeindliche Verunglimpfung von Verfassungsorganen, Beschimpfung von Bekenntnissen, Religionsgemeinschaften und Weltanschauungsvereinigungen § 166 StGB („Muslime sind Terroristen“)
  • Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs durch Bildaufnahmen § 201a StGB

Die Schwere der Straftat, die solche Verbreitungen im Internet darstellen können, wird darin deutlich, dass einige Verstöße zu hohen Geld- und sogar zu Freiheitsstrafen von bis zu einem Jahr führen können.
Auf der Internetseite www.lizzynet.de wird davor gewarnt, sich zu unüberlegten Äußerungen hinreißen zu lassen, um sich nicht plötzlich in der Täterrolle wiederzufinden. Auch zum Thema „Schutz vor Cyberbullying“ werden hier einige Tipps aufgeführt. So ist es für Kinder und Jugendliche, welche sich häufig mit Onlinemedien beschäftigen, ratsam:

  • regelmäßig den eigenen Namen zu googeln, um schnell auf ungewollte Inhalte aufmerksam zu werden und darauf reagieren zu können.
  • achtsam mit PINs und Passwörtern umzugehen, denn ein Missbrauch des Nicknames durch Andere kann ernste und nicht absehbare Folgen haben. Außerdem erschwert häufiges Abändern des Passwortes den Missbrauch erheblich.
  • Beweismaterial aufzubewahren, damit einer strafrechtlichen Verfolgung nichts im Wege steht

Hilfe bietet dabei auch die Internetseite www.cyberbullying.ca, welche vom Präsidenten der Stiftung Bullying.org, Bill Belsey, erstellt wurde und auf der beispielsweise erklärt wird, wie man den Inhaber einer E-Mail Adresse herausbekommen kann.

Um die eigenen Kinder vor Übergriffen wie Mobbing schützen zu können, ist es natürlich vor allem für Eltern wichtig, die Kommunikation mit ihren Kindern aufrecht zu halten. Denn nur wenn Eltern über die Aktivitäten ihrer Kinder im Internet Bescheid wissen, können sie diesen auch Hilfestellungen bieten und sie im Vorfeld über den richtigen Umgang aufklären. Dazu gehört natürlich auch, die Kinder für die aktive Hilfeleistung zu sensibilisieren, wenn sie einmal zu Zeugen von Mobbingübergriffen auf  andere Kinder werden.

Anja Dold

Quellen:
http://www.bundespruefstelle.de
http://www.cyberbullying.ca
http://www.lizzynet.de