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Mobbing im Internet: Was Cybermobbing für Kinder bedeutet

Ein Elternteil und ein Kind schauen gemeinsam auf ein Smartphone, daneben liegt eine Karte mit einer Beratungsnummer.
Nicht allein lassen: Gemeinsam die Nachrichten ansehen und sichern ist schon der erste wirksame Schritt gegen Cybermobbing.

Cybermobbing ist keine eigene Straftat, sondern mehrere zugleich. Was das für betroffene Kinder bedeutet, was heute gilt - und wo es schnelle Hilfe gibt.

Cybermobbing ist das wiederholte Beleidigen, Bloßstellen oder Ausgrenzen einer Person über Handy oder Internet - meist durch Menschen, die sich auch aus der Schule oder der Nachbarschaft kennen. Eine eigene Straftat ist das laut polizei-beratung.de nicht: Cybermobbing setzt sich aus mehreren Delikten zusammen, etwa Beleidigung oder Bedrohung. Ist Ihr Kind betroffen, zählt vor allem eines: nicht direkt antworten, sondern Nachrichten sichern und mit einer Vertrauensperson sprechen.

Was rechtlich dahintersteckt

Cybermobbing ist kein eigener Straftatbestand. Kommen mehrere Delikte zusammen, macht sich das laut polizei-beratung.de aber strafbar: „Aber in Cybermobbing vereinigen sich einzelne Straftaten - das ist vielen Tätern/innen nicht bewusst.“ Welche Handlung welchen Paragrafen betrifft, zeigt die folgende Übersicht.

HandlungMöglicher Straftatbestand
Beleidigende Kommentare oder NachrichtenBeleidigung, § 185 StGB
Falsche, herabwürdigende Behauptungen über eine PersonÜble Nachrede, § 186 StGB; wissentlich falsch: Verleumdung, § 187 StGB
Private Fotos ohne Erlaubnis weiterverbreitenVerletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs durch Bildaufnahmen, § 201a StGB
Drohungen gegen das KindBedrohung, § 241 StGB

Wie häufig Cybermobbing vorkommt

Nach der JIM-Studie 2025 des Medienpädagogischen Forschungsverbunds Südwest wurden 9 Prozent der 12- bis 19-Jährigen selbst schon einmal per Handy oder im Internet fertig gemacht, Mädchen mit 12 Prozent häufiger als Jungen mit 7 Prozent. Im eigenen Bekanntenkreis kennt über einen längeren Zeitraum betrachtet ein Drittel der Jugendlichen (34 Prozent) einen solchen Fall.

Der Originalbeitrag von 2012: was Cybermobbing ausmacht

Allgemein wird unter Mobbing das absichtliche Beleidigen, Anfeinden und Bloßstellen von Personen verstanden. Eine erweiterte Form des Mobbings stellt das sogenannte Cybermobbing, oder auch Internet-Mobbing dar, welches, wie der Name schon verrät, im Internet stattfindet.

Diese virtuellen Mobbing-Attacken können sowohl via E-Mail oder Messenger als auch auf sozialen Netzwerken und Videoplattformen stattfinden. Die Täter bleiben dabei oft anonym, aber hin und wieder, wenn die Zahl der sogenannten Mobber einschüchternd groß ist, geben sie sich auch zu erkennen und ziehen gemeinsam über eine Person her.

Meistens kennen sich Opfer und Täter auch im realen Leben, können Schulkameraden oder sogar Nachbarn sein. Fälle, in denen sich Täter und Opfer komplett fremd sind, sind verschwindend gering.

Die Smartphones von heute verfügen sowohl über eine qualitativ hochwertige Kamera als auch einen Internetzugang und bilden somit das ideale Instrument, um selbst in die Rolle eines potentiellen Mobbers zu schlüpfen. Schnell wird von Jemandem ein peinliches Foto geschossen und im nächsten Moment befindet es sich schon im World Wide Web. Und ist es erst einmal dort, ist es fast unmöglich es wieder von dort zu entfernen.

Wer einmal Opfer einer Cybermobbing-Angriffes wurde, hat daran zu knabbern. Oft äußern sich die Folgen dieser psychischen Belastung durch Wesensveränderungen. Die Betroffenen werden ruhiger und ziehen sich zurück, haben Angstattacken, wollen nicht mehr zur Schule gehen und suchen Ablenkung in virtuellen Spielen und anonymen Chats. Aber auch gesundheitliche Probleme wie Kopfschmerzen, Übelkeit oder Konzentrationsschwäche können erste Anzeichen für psychischen Stress sein.

So schätzen Sie das Profil Ihres Kindes ein

Fragen Sie ihr Kind, ob es irgendwelche Probleme mit Freunden, Klassenkameraden oder anderen Leuten hat. Oft trauen sich Kinder, die virtuell angefeindet werden, nicht darüber zu reden, weil sie befürchten nicht ernst genommen oder ausgelacht zu werden. Teilweise drohen die Täter aber auch ihren Opfern und schüchtern sie ein, um sie mundtot zu machen.

Was Betroffene tun können

  1. Wenn man auf einem sozialen Netzwerk gemobbt wird, gibt es die Möglichkeit, den Mobber zu sperren. Tut das!
  2. Überprüft bzw. ändert eure Privatsphäre-Einstellungen, damit Belästigungen von Fremden oder sogar Freunden gar nicht erst möglich sind.
  3. Räumt eure Freundesliste auf! Drauf bleiben nur die, die ihr wirklich kennt und denen ihr vertraut.
  4. Nicht auf Nachrichten reagieren! Egal ob per E-Mail, SMS oder Messenger. Auch wenn es schwerfällt, es würde den Mobber nur dazu verleiten weiter zu machen.
  5. Dokumentiert eure Nachrichten! Macht am besten Screenshots, damit ihr Beweismaterial habt.
  6. Wendet euch an den Betreiber der Seite und informiert ihn über die Mobbing-Attacken. Schildert ihm die Vorfälle und gebt so viele Details wie möglich an.
  7. Und zu guter Letzt: Reden! Am besten geht ihr zu der Person eures Vertrauens (Eltern, bester Freund etc.) und sprecht über die Vorfälle.

Was heute gilt

Fast alles aus dem Originalbeitrag gilt in der Grundrichtung noch: nicht reagieren, Beweise sichern, Hilfe holen. Neu ist, wie konkret sich das heute belegen lässt. Laut klicksafe.de sollte, wer gemobbt wird, nicht sofort auf beleidigende Inhalte antworten, weil diese sich immer weiter hochschaukeln können. Und laut polizei-beratung.de bieten Hilfe bei Cybermobbing unter anderem das Portal JUUUPORT, die Cyber-Mobbing-App von klicksafe oder die Nummer gegen Kummer.

  1. Nicht direkt antworten

    Laut klicksafe.de sollte man nicht sofort auf beleidigende Nachrichten reagieren, weil sich der Streit sonst nur hochschaukelt.

  2. Nachrichten sichern

    Speichern Sie Screenshots von Nachrichten, Kommentaren und Fake-Profilen als Beweismaterial, bevor Sie etwas melden oder löschen lassen.

  3. Schule und Betreiber einschalten

    Sind Mitschüler beteiligt, informieren Sie die Schule. Fake-Profile und beleidigende Inhalte lassen sich laut polizei-beratung.de über den Netzwerk-Betreiber löschen.

  4. Bei schweren Fällen Anzeige erstatten

    Drohungen, Erpressung oder massive Beleidigungen können Sie bei jeder Polizeidienststelle persönlich, schriftlich oder online anzeigen.

  5. Hilfe holen

    JUUUPORT, die Cyber-Mobbing-App von klicksafe und die Nummer gegen Kummer beraten kostenlos - auch Ihr Kind allein.

Wenn Ihr Kind betroffen ist

Die wichtigsten Punkte auf einen Blick:

  • Ruhig bleiben und zuhörenIhr Kind braucht zuerst das Gefühl, ernst genommen zu werden, nicht sofort eine Lösung.
  • Nicht öffentlich reagierenEine Antwort im selben Kanal schaukelt den Konflikt laut klicksafe.de oft nur weiter hoch.
  • Beweise sichernScreenshots von Nachrichten und Profilen - außer bei Nacktbildern eines Kindes, siehe Warnhinweis oben.
  • Betreiber und, bei Mitschülern, die Schule informierenFake-Profile und beleidigende Inhalte lassen sich darüber häufig entfernen.
  • Bei Drohungen oder Erpressung zur PolizeiAnzeige ist persönlich, schriftlich oder online möglich.
  • Hilfsangebote nennenJUUUPORT und die Nummer gegen Kummer beraten kostenlos, auch wenn Ihr Kind lieber allein spricht.

Was ist Cybermobbing?

Das wiederholte Beleidigen, Bloßstellen oder Ausgrenzen einer Person über Handy oder Internet, meist durch Menschen, die sich auch offline kennen. Eine eigene Straftat ist es laut polizei-beratung.de nicht, wohl aber die einzelnen Handlungen darin.

Ist Cybermobbing strafbar?

Nicht als Ganzes, aber einzelne Handlungen wie Beleidigung (§ 185 StGB), Bedrohung (§ 241 StGB) oder die unerlaubte Weiterverbreitung von Fotos (§ 201a StGB) schon. Kinder unter 14 Jahren sind dafür strafunmündig.

Wie oft kommt Cybermobbing bei Jugendlichen vor?

Laut JIM-Studie 2025 wurden 9 Prozent der Jugendlichen selbst schon einmal per Handy oder Internet fertig gemacht, Mädchen häufiger als Jungen.

Was tun, wenn das eigene Kind andere mobbt?

Sprechen Sie das Verhalten konkret an und erklären Sie die Folgen für das andere Kind. Bei Jugendlichen setzt die Polizei eher auf erzieherische Maßnahmen als auf Strafe - das entlastet nicht von der Verantwortung, etwas zu ändern.

Die ausführliche Schritt-für-Schritt-Anleitung für den akuten Fall liefert Mein Kind wird gemobbt - was jetzt?. Wie Sie Nachrichten und Screenshots richtig sichern, steht unter Beweise sichern: Screenshot, melden, anzeigen. Reicht ein Gespräch zu Hause nicht, hilft die kostenlose und anonyme Nummer gegen Kummer weiter. Grenzt das Verhalten an gezielte sexuelle Kontaktaufnahme, erkennen Sie Cybergrooming an anderen Warnzeichen.

Zuletzt geprüft am 05.10.2026

Quellen

Redaktioneller Stand

Geprüft am
05.10.2026
Geprüft von
Redaktion medienbewusst.de
Belege
5 Quellen, unten vollständig aufgeführt
Wiedervorlage
04.10.2028

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