Prädikat: „besonders wertvoll“
Das Prädikat „besonders wertvoll“ ist eine Qualitätsauszeichnung der FBW für Filme - keine Altersfreigabe wie die FSK. Hier steht, wer es vergibt und wonach entschieden wird.
Wer auf einer Filmhülle „Prädikat: besonders wertvoll“ liest, hält eine Auszeichnung der Deutschen Film- und Medienbewertung (FBW) in der Hand - vergeben von einer Jury aus ehrenamtlichen Gutachtern an Filme, die in ihrem Genre inhaltlich und handwerklich herausragen. Mit dem Mindestalter eines Films hat das nichts zu tun, das zeigt die FSK-Kennzeichnung daneben. Wie die Entscheidung zustande kommt, erklärte die damalige FBW-Direktorin Bettina Buchler 2009 im Interview mit medienbewusst.de.
Was das Prädikat „besonders wertvoll“ bedeutet
„Die Deutsche Film- und Medienbewertung empfiehlt gute Filme: unabhängig, kompetent und aktuell. Ihre Prädikate sind Auszeichnungen und Empfehlungen zugleich.“ Dies ist auf der Homepage der Institution zu lesen.
Die FBW wurde 1951 als „Filmbewertungsstelle der Länder“ später „Filmbewertungsstelle Wiesbaden“ gegründet und hat im Oktober 2009 eine Namensänderung in „Deutsche Film- und Medienbewertung“ vollzogen.
Zum einen soll damit deutlich gemacht werden, dass wir eine Einrichtung sind, die für ganz Deutschland Bewertungen macht. Zum anderen öffnen wir uns damit auch für neue Medien, wie z.B. Handyfilme und Computerspiele mit sehr starken filmischen Zügen. Wir sind solchen Entwicklungen gegenüber aufgeschlossen und weiten uns auf dieses Angebot aus.
Wonach die FBW entscheidet
Punkt eins ist, dass man sich den Inhalt anschaut und sich die Frage stellt, ob das Thema aus der heutigen Sicht relevant, interessant, originell und neu ist. Punkt zwei ist dann das Handwerkliche.
Man schaut sich von der Regie, der Schauspielerführung, der Kamera, dem Licht, der Musik, dem Darsteller bis hin zum Schnitt und Montage alles an. Letztendlich das, was filmhandwerklich auffällt.
Es wird allerdings nicht immer jeder Punkt wie auf einer Checkliste abgearbeitet, sondern man betrachtet, was besonders gut bzw. was vielleicht nicht so gut gelungen ist. Zum Schluss wird ein Resümee gezogen und der Film als Ganzes betrachtet. Also sind die filmischen Mittel dem Thema und dem Inhalt angemessen und erreichen ihr Ziel. Dann wird ein Prädikat vergeben oder auch nicht.
Der Unterschied zur FSK
| FBW-Prädikat | FSK-Kennzeichnung |
|---|---|
| Bewertet die Qualität des Films | Bewertet das Mindestalter |
| Freiwillige Einreichung durch Verleiher und Produzenten, gegen Gebühr | Von der FBW unabhängige Prüfung |
Wir beurteilen Filme nach Qualität. Das heißt wir zeichnen Filme aus, die in ihrem Genre besonders gelungen sind. Wir schauen und beurteilen, ob eine Komödie nach den Gesetzen der Komödie gelungen ist und hier besonders herausragt. Ein Actionfilm wird wiederum nach seinem Genre bewertet.
Wir bilden mit unseren Prädikaten das gesamte Spektrum ab und empfehlen die besten Filme. Filme mit Prädikat werden besonders gefördert z.B. mit einer Referenzförderung für neue Projekte. Also ein von uns mit „besonders wertvoll“ ausgezeichneter Film bekommt bei der Filmförderungsanstalt Berlin Filmförderung.
Die Absicht ist also nicht wie bei der FSK jemanden zu schützen und Jugendschutz zu betreiben, sondern Produzenten und Verleiher von sehr guten Filmen weiter zu fördern, um neue gute Filme entstehen zu lassen.
Mit den Prädikaten - und da unterscheiden wir uns auch von der FSK, die ja bekanntlich mit der Information des Alters herauskommt - gehen wir sehr stark in die Öffentlichkeit um die Filme zu empfehlen.
Unsere Gutachten beschreiben ganz genau die Stärken und Vorzüge der Filme und man kann sich ein Bild davon machen, ob einem der Film gefällt oder nicht. Zu allen von uns ausgezeichneten Filmen stellen wir ausführliche Informationen und einen Trailer auf unserer Homepage bereit.
Ja, wir haben einen guten Kontakt. Beide Institutionen haben ihren Sitz in Wiesbaden und wenn ein Film bei uns eingereicht wird, dann haben wir die Informationen über das Alter schon vorliegen. Dies ist allerdings nicht relevant für die Entscheidung, die der Ausschuss hier fällt.
Wer einen Film einreichen darf
Zurzeit ist es so, dass wir hauptsächlich deutsche und internationale Kinofilme, Dokumentarfilme und Kurzfilme prüfen. Die Verleiher und Produzenten dieser Filme reichen Anträge auf freiwilliger Basis und gegen eine Gebühr bei uns ein. Unabhängige fünfköpfige Jurys bewerten die Filme.
Wer die Entscheidung trifft
Für die Einrichtung selber arbeiten sieben Mitarbeiter, davon vier ganztags und drei halbtags. Ab nächstem Jahr haben wir 85 ehrenamtliche Gutachter, die aus ganz Deutschland kommen und hier als Experten bzw. Juroren in Ausschüssen arbeiten.
Das muss man sich so vorstellen, dass wir neunzehn Termine im Jahr haben. Dabei ist immer von Dienstag bis Freitag eine Prüfwoche. Die 85 Gutachter werden zum Ende des Jahres in Fünfergruppen zusammengewürfelt und treten für eine Woche als 5-köpfige Jury zusammen, die die eingereichten Filme in dieser Prüfwoche von 9 Uhr bis 19 Uhr in unserem Kino anschaut und im Anschluss ausführlich diskutiert, und eine Entscheidung fällt.
Was bei einer Ablehnung passiert
Ablehnungen sind natürlich für keine Seite angenehm. Es erhofft sich letztlich jeder ein Prädikat, sonst würde er seinen Film nicht einreichen und Geld dafür aufbringen. Prinzipiell basiert die FBW auf einem demokratischen Prinzip.
Es sind fünf Leute, die mit Mehrheitsbeschluss über ein Prädikat abstimmen. Und es gibt für den Antragsteller auch die Möglichkeit in den Widerspruch zu gehen. Sollte dies geschehen, kommt ein Hauptausschuss zusammen, also fünf ganz neue Gutachter, die den Film nochmal neu bewerten. Der Antragsteller kann auch eine Begründung seines Widerspruches einreichen, die dann bei der neuen Besichtigung verlesen und berücksichtigt wird.
Prädikat „besonders wertvoll“ richtig einordnen
Vier Punkte, die beim Lesen einer Filmhülle helfen:
- Es ist eine Qualitätsauszeichnung, keine Altersfreigabe.Die FSK kennzeichnet das Mindestalter, die FBW bewertet Inhalt und Handwerk.
- Vergeben wird es von einer Jury, nicht von einer einzelnen Person.Fünf ehrenamtliche Gutachter entscheiden gemeinsam über jeden eingereichten Film.
- Einreichen können nur Verleiher und Produzenten, nicht Zuschauer.Die Antragstellung ist freiwillig und gegen eine Gebühr.
- Ein abgelehnter Antrag kann angefochten werden.Bei Widerspruch bewertet ein neu zusammengesetzter Ausschuss den Film erneut.
Was bedeutet das Prädikat „besonders wertvoll“?
Es ist eine Qualitätsauszeichnung der Deutschen Film- und Medienbewertung (FBW) für Filme, die in ihrem Genre inhaltlich und handwerklich besonders gelungen sind - keine Altersfreigabe.
Wer vergibt das Prädikat für Filme?
Vergeben wird es von der FBW, einer von den Bundesländern gegründeten unabhängigen Prüfstelle. Fünfköpfige Jurys aus ehrenamtlichen Gutachtern entscheiden über jeden eingereichten Film.
Ist „besonders wertvoll“ eine Altersfreigabe wie die FSK?
Nein. Die FSK kennzeichnet das Mindestalter, die FBW bewertet die Qualität eines Films unabhängig vom Alter. Beide Institutionen haben ihren Sitz in Wiesbaden und stehen im Austausch.
Gibt es das Prädikat auch für Kinderfilme?
Ja. Die FBW bewertet auch Kinderfilme - nicht nach erwachsenen Maßstäben, sondern danach, ob die Machart für Kinder passt und der Film sein Publikum erreicht.
Wer sich allgemein mit Medienkompetenz beschäftigt, findet unter Medienkompetenz und Medienbewusstsein einen Überblick, unter Medien sinnvoll nutzen weitere Einordnungshilfen und unter Kinderseiten, die taugen Empfehlungen jenseits von Kinofilmen.
Zuletzt geprüft am 05.10.2026
Redaktioneller Stand
- Geprüft am
- 05.10.2026
- Geprüft von
- Redaktion medienbewusst.de
- Wiedervorlage
- 04.10.2028
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