Virtuelles Landleben mit Harvest Moon


Kühe, Schafe und Hühner – was ein Kind heute kaum noch aus der freien Natur kennt, findet über die Spielekonsole Einzug in die heimischen Kinderzimmer. Ob auf Nintendo DS, Wii oder dem guten, alten Game Boy: mit der Spieleserie „Harvest Moon“ können seit 1996 Träume vom eigenen Bauernhof wahr werden. Der neueste Streich der japanischen Spieleentwickler von Marvelous Entertainment ist das Nintendo DS-Spiel „Harvest Moon: Der Großbasar“. medienbewusst.de hat es für Sie getestet.

Story und Gameplay

Einmal Bauer sein, sich um Hof und Felder kümmern, das ist kein neues Konzept und wird sowohl am PC und als auch auf der Spielekonsole seit einiger Zeit gerne umgesetzt. Was hebt die Spielereihe aus Japan also aus der unüberschaubaren Menge an Games dieses Genres hervor? Die Rollenspiel-Serie macht besonders durch ihre Storyline auf sich aufmerksam. Den Spieler erwarten nie die reinen Simulationsspiele, die ihm Realität vortäuschen sollen. Das Gameplay wird immer mit einer besonderen Hintergrundgeschichte verknüpft: Der Held des Spiels landet auf einem verlassenen Bauernhof und wird gebeten, diesen wieder in Schuss zu bringen. Er startet mit dem Nötigsten und muss sich nach und nach mit Gemüseanbau und Tierzucht hocharbeiten. Dabei darf er den Kontakt zu den Dorfbewohnern nicht vernachlässigen. Er muss Freundschaften knüpfen, um im Spielverlauf weiterzukommen und am Ende sogar zu heiraten.

        Die Helden auf dem Harvest Moon-Großbasar

„Harvest Moon: Der Großbasar“ ist inzwischen das vierte Spiel aus der Nintendo DS-Reihe. Die Grundidee bleibt auch hier die Gleiche: Unser Held landet in dem Ort Zephyr Town, der einst als blühende Handelsstadt bekannt war. Aus dieser Zeit ist nichts mehr übrig geblieben – außer dem verkümmerten Basar. Mit Held und Bauernhof soll die Stadt wieder zu ihrem alten Glanz gelangen. Ziel ist es, den Handel der Stadt mit eigenen Farmerzeugnissen wiederzubeleben und dadurch schrittweise neue Spieleaktionen freizuschalten. Besonderes Schmankerl in diesem Teil der Serie sind die vielen Windmühlen, die dabei helfen, neue Produkte und Saatgüter herzustellen.
Ungeduldige Spieler haben bei Harvest Moon jedoch das Nachsehen. Ein schneller Aufstieg ist kaum möglich. Der Wiederaufbau des Bauernhofes nimmt einige Zeit in Anspruch und kann für viele schnell langweilig werden. Wer jedoch dran bleibt und der Routine trotzt, kann so manche schöne und interessante Spielsequenz erleben.



Grafik und Steuerung

Das Spiel besticht durch sein niedliches Design, das auf dem kleinen Display des Nintendo DS leider viel zu kurz kommt. Auf reale Darstellungen von Bauernhof und Tieren müssen Sie hier verzichten. Klassisch japanisch orientiert es sich am Manga-Stil, was den Spielspaß jedoch keineswegs mindert. Der Umgang mit Touchscreen und Tastatur des Nintendo DS sollte jedoch teilweise geübt sein, damit die hart erarbeiteten Erträge nicht plötzlich auf dem Boden enden und für immer verschwinden.

Fazit

„Der Großbasar“ enthält die typischen Elemente, die ein Game aus der Harvest Moon-Serie ausmachen, kann aber auch mit neuen Ideen von sich überzeugen. Die Einbettung des Bauernhofalltags in eine besondere Geschichte gestaltet den Spielablauf spannend und ermöglicht ein stundenlanges Spieleerlebnis. Seine Vorgänger stehen ihm da in Nichts nach und sollten unbedingt auch einmal ausprobiert werden. Alles in Allem ein gelungenes Games, das sich aber durch die anspruchsvollere Steuerung erst für Kinder ab dem Vorschulalter eignet. Dafür sprechen auch die Spieleinhalte und die erfoderliche Geduld, auch wenn die USK das Spiel ohne Altersbeschränkung freigegeben hat.

Christin Müller

Bildquellen:
© Ratgeberzentrale
© Rising Star Games