Will Wright – Vater der simulierten Welten


Will Wright zählt zu den wichtigsten und gleichzeitig erfolgreichsten Spieleentwicklern unserer Geschichte. Am 20.Januar 1960 in Atlanta, Georgia in den Vereinigten Staaten von Amerika, geboren, erreichte er mit seinen Simulationsspielen wie „Die Sims“ oder „Sim City“ schnell Kultstatus. 1987 gründete er, gemeinsam mit Jeff Braun, das Computerspielunternehmen Maxis, das fortan Wrights Spiele vermarktete. Doch was macht diesen Mann für unsere Jugend so besonders?

Er nimmt unter den Spieleentwicklern eine besondere Stellung ein, weil seine Spiele etwas total neuartiges und innovatives waren. Sim City ermöglichte dem Spieler zum Beispiel erstmalig eine eigene Stadt zu kreieren, ihre Fortschritte in Vogelperspektive zu verfolgen. Seine Spiele drehen sich also nicht um die typischen Ziele: Gewinnen, Erobern oder Töten – und eben diese Tatsache macht Wright zum Spieleentwickler der heutigen Zeit.

In die Welt der Bits und Bytes machte sich Wright auf, nachdem sein Luftfahrtstudium eine neue Leidenschaft preisgab und zum Programmieren animierte. Nachdem er sein Studium geschmissen hatte, begann er Programme zu schreiben. Auch sonst sind seine Hobbys sehr technikorientiert: Er bastelt und schraubt kleine Roboter und sammelt Teile von sowjetischen Raumfahrprogrammen. Aufgegangen in der Welt der Technik, lebt er seinen ganz speziellen Traum.

Seinen absoluten Durchbruch erreicht er schließlich mit „Die Sims“ zur Jahrtausendwende. Das Besondere hierbei: Der Spieler kann Sims (simulierte Figuren/Charaktere) erstellen, ihr Leben steuern und in Familien und Gemeinschaften leben lassen. Durch das Selbstgestalten der Figuren bekam der Spieler die Möglichkeit selbst etwas zu erschaffen ohne dabei, wie in anderen Spielen, Figuren, Tiere oder Nationen zu bekämpfen oder auszulöschen. Miterleben, Selbstgestalten und Unterstützen – die Hauptziele eines Spieles mit weltweiten Erfolgsverkaufszahlen. „Die Sims“ wurde zu einem der erfolgreichsten Spiele, schaffte sogar etwas Unerwartetes: es konnte Frauen langfristig für das Computerspielen begeistern. Wright meinte, auf diese Entwicklungen angesprochen: „Es war nicht unser einziges Ziel, aber zumindest eine Sache, die wir gerne erreichen wollten. Interessanterweise war ein Großteil des Teams, das an „Die Sims“ gearbeitet hat, auch weiblich.“ Getreu seiner Meinung, dass erfolgreiche Spiele für Frauen nur unter der Mitarbeit von Frauen entwickelt werden können.

Sein neustes „Baby“ ist das Spiel „Spore“, eine Lebenssimulation bei der man die Stufen der Evolution vom Einzeller bis zum Raumfahrer miterlebt und mitentscheidet. Das Programmiererteam um Wright hat es wieder geschafft mit einer liebenswürdigen Grafik Leben einzuhauchen. Die Idee für Spore liegt vor allem in seiner Passion begründet, denn er „hege außerdem ein großes Interesse für Astrobiologie, weil die so wahnsinnig viele Bereiche der Wissenschaft, Geschichte und Zukunft berührt.“ Die Zeit wird zeigen, ob auch Spore die Erfolge von Sim City, Sims und Co. erreichen kann.

Aber auch wenn kein Kassenerfolg herausspringt: Will Wright will immer wieder überraschen und nicht ein weiteres Spiel nach Schema X herausbringen. Und eben diese Spannung auf den neuesten Hit des Entwicklers begeistert unsere Jugend. Denn wer freut sich nicht über eine bisher unbekannte Spielewelt, neue Dimension oder Figuren, in die uns Will Wright eins ums andere Mal versetzt?

Annegret Jähn

Quellen:
http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,429670,00.html
http://www.pcgames.de/aid,628512/Interview_mit_Will_Wright_dem_geistigen_Vater_der_Sims_und_dem_Designer_von_Spore/