Mary Poppins: Superkalifragilistischexpialigetisch

30. November 2008

Sie ist nicht nur Protagonist eines Roman, zahlreicher Musicalaufführungen und viel zitiert, sondern bildet auch die Grundlage einer der erfolgreichsten Musicalfilme aller Zeiten: Mary Poppins…„Wind dreht nach Ost, Nebel kommt auf. Der Himmel sieht plötzlich so merkwürdig aus. Was uns bevorsteht, das zu sagen ist schwer. Doch ich fühle es kommt was, es kommt etwas her.“ Begleitet von diesen Worten, kommt sie ins Haus der Banks, einer englischen Familie, die der oberen Mittelschicht angehört. Die Banks suchen ein Kindermädchen, dem es möglich ist die zwei nicht ganz zahmen Kinder in Schach zu halten. Mister Banks arbeitet bei einer großen Bank in London und vertritt die Ideale eines energischen, seinen Kindern gegenüber distanzierten Mannes, der dafür verantwortlich ist, seine Familie zu versorgen. Seine Frau hingegen fühlt sich in ihrer Rolle als Hausfrau unterfordert und schließt sich deshalb den Suffragetten an. Die anfängliche Scheu der Kinder Jane und Michael schlägt schnell in Überraschen um als sie feststellen, dass dieses Kindermädchen etwas ganz besonderes ist. Zunächst bewundern sie Mary Poppins für ihre unerklärlichen Taten und öffnen sich schließlich ihren Ideen und Botschaften.
Dabei profitiert Mary Poppins von ihrem Einfühlungsvermögen, ihrer freundlichen aber bestimmten Art, sowie ihren interessanten Bekannten. Sie bietet den Kindern den Zutritt zu einer Phantasiewelt, führt sie zu entlegenen Ecken der Stadt und erlebt mit ihnen die erstaunlichsten Dinge, wie Dachtänze mit Schornsteinfegern, Spaziergängen zu Jahrmärkten und vieles mehr. Nach kurzer Zeit wird deutlich, dass Mary Poppins mit ihrer bezaubernden Art nicht nur den Kindern die richtigen Manieren beibringt, sondern auch für familiäres Wohl sorgt. Schon bald trägt ihre Erziehung Früchte und den Kindern wird deutlich, dass Arbeit Spaß machen kann und es lobenswert ist Bedürftige zu unterstützen und Kontakte zu Leuten der Unterschicht zu pflegen. Aufgrund dieser noblen Einstellung kommt es allerdings zu einer Auseinandersetzung zwischen Vater und Sohn, die darin endet, dass sein Vater fristlos entlassen wird. Dies ist der Anlass zu einer Wandlung der Geschichte, die dazu führt, dass die Aufgabe als Kindermädchen getan ist, der „Wind sich gedreht hat“, sie aufbricht und die Familie verlässt.

Mary Poppins, gedreht 1964, nach der Vorlage des gleichnamigen Romans der Australierin Pamela L. Travers, sorgte nicht nur damals für Aufsehen und Begeisterung sondern auch noch heute. Neben vielen Auszeichnungen, ist auch von Bedeutung, dass es einer der ersten Filme ist, die es auf meisterhafte Art und Weise verstehen, Zeichentrickfilm und Realfilm zu vereinen. Zudem kommt, dass mithilfe der Offenheit, des Humors, der Phantasie, des Optimismus und der Werte und Normen der Charaktere eine schlichtweg bezaubernde Geschichte entsteht, die nicht nur nahezu jedem Kind magisch erscheint, sondern auch noch immer viele Erwachsene in ihren Bann zieht. Ein wahrhaft magisches Filmerlebnis für Jung und Alt, das von medienbewusst.de auf jeden Fall zu den besten bisher erschienenen Filmen gewählt wurde.

Zoe Lai

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Kommentare

3 Kommentare zum Artikel “Mary Poppins: Superkalifragilistischexpialigetisch”

  1. Rätselraten « Caroline’s Blog am 22. April 2010

    […] sogar den materiellen Wert des Wortes “Supercalifragilisticexpialidocious” [zu deutsch: superkalifragilistischexpialigetisch] ausgerechnet (jeder Buchstabe entsprach einer Geldsumme). Das ganze ohne Taschenrechner. Es hat […]

  2. jessi am 10. August 2011

    Das Theaterstück von Mary poppins war gut

  3. Luisa am 10. August 2011

    Ich fand es auch gut