Das 5. BarCamp in Erfurt: Medienerziehung, Gaming in der Schule und Neuigkeiten aus der Medienwelt


Das BarCamp ist eine besondere offene Tagung, bei der sowohl das Publikum als auch die Vortragenden Wissen weitergeben und gleichzeitig neues erlangen. Denn das Konzept besteht darin, dass am Anfang von den Teilnehmern abgestimmt wird, welche Workshops stattfinden. Somit sei sichergestellt, dass den Teilnehmern genau die Themen angeboten werden, die für sie am interessantesten sind.

Und so startete am Freitag, den 4. November das fünfte BarCamp Erfurt im KinderMedienZentrum mit einem Warm-Up zum Kennenlernen. Am Samstag und Sonntag fand dann das eigentliche BarCamp statt mit den entsprechenden Workshops, oder auch Sessions genannt. Um entspannt in den Tag zu starten, standen den Teilnehmern ein Frühstück sowie Getränke kostenlos zur Verfügung. Auch für ein ausreichendes Mittagessen und Kaffee und Kuchen war gesorgt worden.

Von Studierenden über Programmierer bis hin zur Mutter aus Leidenschaft waren viele am Samstag vorbeigekommen. „120, um genau zu sein.“, verkündete Sascha Wechsung, Teil der Organisationsleitung, stolz. Zunächst begrüßte das „Orga-Team“ die Teilnehmer und stellte sich vor. Bei dieser Gelegenheit kam auch KiKa-Programmgeschäftsführer Michael Stumpf zu Wort, der einen Einblick bot, wie der Kinderkanal sich auf den aktuellen Medienwandel einstellt, der gleichzeitig auch ein Gesellschaftswandel bedeutet.

Dann stellten sich auch die Teilnehmer vor: mit ihrem Namen und drei sie beschreibenden Hashtags. Oft fielen dabei Phrasen wie KJM-Studentin (Kinder- und Jugendmedien) oder Inspirationssuche. Unter den ganzen Teilnehmern, die sich bei ihrer Arbeit und in ihrer Freizeit mit der Unterhaltung und Lehre von Kindern beschäftigen, sah man auch ein paar Kinder. Und sie hörten gespannt den Rednern zu. Wie der achtjährige Aris, der sich sehr freute, dabei sein zu können. Vor allem, da in der Familie Medien ein großes Thema wären, ergänzte seine Mutter. Aber genaue Vorstellungen, was sie bei der Veranstaltung erwartete, hatten viele der Anwesenden oft nicht. „Ich lasse mich überraschen“, sagte Oscar aus Kahla, zwölf Jahre alt. Konkrete Erwartungen habe er also nicht.

Nach der Teilnehmervorstellung ging es an die Planung der Sessions. Jeder, der etwas vortragen wollte, erzählte kurz, was die Zuhörer vom jeweiligen Thema erwarten konnten. Alle Vorschläge wurden vom „Publikum“ angenommen und auf die jeweiligen Session-Slots verteilt. Und dann begann auch schon die erste Runde. Aus fünf Sessions konnten die Teilnehmer eine wählen, die jeweils 45 Minuten dauern sollte.

Später sah man auch Oscar bei der Session von Katja Reim wieder. „Medienerziehung und Spaß dabei?!“ lautete ihr Beitrag. Dort erzählte sie von ihren eigenen Erfahrungen mit dem Medienumgang ihrer Tochter und gab wertvolle Tipps, wie man Kinder verständlich auf die Möglichkeiten aber auch Gefahren im Internet aufmerksam machen kann. In der nächsten Sessionrunde erklärte u.a. die Masterstudentin Christiane Knutzen, welchen Mehrwert Videospiele und das Gaming selbst in der Grundschule haben können. Am Ende jeder Session tauschten sich Vortragende und Teilnehmer aus, sodass jeder etwas dazulernen oder das Thema von einem anderen Blickwinkel betrachten konnte.

„Wir freuen uns sehr über die rege Teilnahme, die Teilnehmerzahl hat sich zum letzten Mal fast verdoppelt“, berichtet Sascha Wechsung begeistert. „Es ist toll, dass wir Sponsoren haben, die auch beim BarCamp auftreten und sich einbringen. So hält unser Kooperationspartner KiKa auch Sessions, wie z.B. zum Kummerkasten oder den Webtalk, der auch live ausgestrahlt wird. Wir sind wirklich sehr zufrieden!“
Bereits am ersten Tag gab es viele spannende Sessions in einem angenehmen Umfeld sowie viele motivierte und wissbegierige Menschen, die versuchten, die Medien für Kinder zu verstehen und besser zu gestalten. Die Teilnehmer konnten einen tollen Tag in Erfurt verbringen und sich gleichzeitig neues Wissen aneignen. Für alle, die sich für die Medien unserer Kinder interessieren und mehr wissen wollen, sollten sich das nächste BarCamp auf jeden Fall vormerken!

Isabel Staedtler