Harry Potter – Ein letzter Zauber


Der Himmel um Hogwards färbt sich wieder dunkelgrau, die Mitglieder des Ordens des Phönix erheben sich zu ihrem letzten Flug und der seit 2001 berühmteste Jungzauberer der Welt startet in ein neues und abschließendes Abenteuer auf der Leinwand. Zum letzten Mal – bevor alles endet.

Triumphierend hebt der, dessen Name nicht genannt werden darf, den Elder-Stab in die Höhe, siegesgewiss seinen langjährigen Kampf mit dem einzigen, ihm im Weg stehenden, erbitterten Gegner endlich zu Ende bringen zu können – doch so einfach endet das siebenteilige Spektakel um Harry Potter nicht. Wie auch schon im ersten Teil von „Harry Potter und die Heiligtümer des Todes“, ist der Jungzauberer auf der Suche nach den verbleibenden Horkruxen, um Lord Voldemort zu schwächen und seinen eigenen Alptraum endgültig besiegen zu können.

Diese Suche führt ihn und seine Freunde im zweiten Teil des Kinoabenteuers zuerst in Bellatrix Lestranges Verließ in Gringotts, aus dem Harry, Hermine und Ron mit dem Horkrux im Gepäck, nur in letzter Sekunde auf dem Rücken eines Drachens nach Hogsmeade fliehen können. Mit Hilfe von Dumbledores Bruder Aberforth gelingt es den Dreien unentdeckt aus der besetzten Zauberstadt in die, von Lord Voldemort kontrollierte, Zauberschule Hogwards zu gelangen.

Dort bleibt der Besuch von Harry jedoch weniger unentdeckt. Eine Verhinderung seiner Auslieferung in der Zauberschule ist nur Minderva McGonagall zu verdanken, die Harry gegen Snape verteidigt und Hogwards mit Hilfe der übrigen Unterstützer gegen den bevorstehenden Angriff durch Lord Voldemort und seine Gefolgschaft magisch absichert.

Hier beginnt für Harry und seine Horkrux-Suche ein Wettlauf mit der Zeit, der ihn am Ende erkennen lässt, dass sein Versteckspiel enden und er sich dem meistgefürchtetsten Zauberer stellen muss. Denn als Personifizierung des letzten Horkruxes, steht für Harry vor der Vernichtung Lord Voldemorts sein eigener Tod…

Mit dem letzten Teil des Kinoabenteuers gelingt Regisseur David Yates, im Gegensatz zu den vorherigen Filmen unter seiner Regie, eine Verfilmung, die trotz großer Spannung und jeder Menge Leid und Tod auf eine viel zu dunkle Leinwand verzichten kann. So bietet der zweite Teil der Heiligtümer des Todes in helleren Farben, auch für diejenigen, die das Buch zuvor schon gelesen haben, wieder eine ganz eigene Interpretation, abwechslungsreiche Bilder, lange gehütete Geheimnisse, Überraschungsmomente und Spannung bis zum Schluss.

Ein kurzer Rückblick auf die vorherigen Geschehnisse wäre dem Verständnis des Zuschauers, nach fast einjährigem Abstand zum ersten Teil des Films, jedoch förderlich gewesen. So aber steigt der Film mit Voldemorts Grabschändung abrupt da ein, wo der vorherige Teil sein Ende fand und verzichtet auf die Abholung des Zuschauers. Für jeden, der sich nicht mehr an die Details der ersten Hälfte erinnern kann, empfiehlt sich daher eine Auffrischung der Erinnerung, um den zweiten Teil vollkommen verstehen und genießen zu können.

Der Genuss ist jedoch erst Zuschauern ab zwölf Jahren vorbehalten. Aber auch dann eignet sich der Film, aufgrund seiner inhaltlichen Brutalität, nur für weniger sensible und mitfühlende junge Zuschauer. Der Besuch des Filmes ab diesem Alter sollte daher gründlich abgewägt werden.

Insgesamt können sich Harry Potter Liebhaber also mit einem weinenden und einem lachenden Auge seit dem 14.07 im Kino verzaubern lassen. Denn einerseits kann sich, wer in diesen Film geht, nicht mehr damit trösten, dass im nächsten Jahr ein neuer Film erscheint. Andererseits wartet ab Oktober mit “pottermore” eine spannende Internetwelt rund um Harry Potter darauf, interessierte Nachwuchslehrlinge zu verzaubern.

Lisa Schwinn

Bildquelle:
© Warner Bros.