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Filme erstellen im Online-Workshop: Interview mit Daniela Baum

Ein Kind sitzt mit einem Erwachsenen vor einem Laptop mit Videoschnitt-Software.
Selbst schneiden statt nur zuschauen: Genau darum ging es auch in Daniela Baums Workshops.

Mediencamp.net war ein Online-Angebot für Kinder zum Filmemachen und Hörspielproduzieren - entstanden aus den Präsenz-Workshops der Sozialpädagogin Daniela Baum.

Dieses Gespräch mit einer Sozialpädagogin aus Baden-Württemberg ist 2012 entstanden. Es geht um ihr Projekt für Kinder, bei dem Film- und Audioproduktion nicht nur gezeigt, sondern selbst ausprobiert wird - online zum Selbstlernen und in Präsenz-Kursen bei Schulkinowochen, Kinderfilmfesten und Ferienprogrammen.

Das Projekt auf einen Blick

WasAngabe
InitiatorinDaniela Baum, Sozialpädagogin
ProjektMediencamp.net - Selbstlern-Workshops für Kinder zu Kameraführung, Filmschnitt, Schreiben und Audioproduktion
Workshops vor OrtBaden-Württemberg und Bayern, unter anderem bei Schulkinowochen, Kinderfilmfesten und Ferienprogrammen
QuelleInterview aus dem Jahr 2012, hier im Wortlaut wiedergegeben

Das Interview im Wortlaut

Daniela Baum ist Sozialpädagogin und Initiatorin des Mediencamp-Projekts. Sie bietet fortlaufend Workshops für Kinder zur Film- und Audioherstellung an. Außerdem hat sie die Webseite Mediencamp.net ins Leben gerufen, auf der Kinder Selbstlern-Workshops zu Kameraführung, Filmschnitt, Schreiben und Audioproduktion vorfinden. Wir haben mit ihr über Inhalte und Ziele des Projekts gesprochen.

Frau Baum, wie entstand die Idee für "Mediencamp.net" und welche Ziele stecken dahinter?

Der Grund für die Entwicklung der Webseite waren meine Workshops, die ich in Baden-Württemberg und Bayern anbiete, in denen Kinder unter meiner Anleitung vor allem Filme erstellen. Es gab ganz viele Kinder, die Filmen schon als Hobby betreiben, und mir während der Workshops Fragen stellen.

Da hatte ich dann die Idee, dass es vielleicht ganz geschickt wäre, wenn diese Kinder ihre Fragen auch online nachverfolgen und noch ausgiebigere Antworten bekommen können. Und zwar ganz unabhängig von einem Erwachsenen, so dass sie in ihrem Interesse und ihrer Selbstlern-Herangehensweise unterstützt werden und noch autarker werden.

Wie sind diese öffentlichen Film-Workshops organisiert?

Die Organisation läuft über Bildungsträger: z.B. fragt eine Stadt oder Volkshochschule bei mir an, ob ich im Rahmen von Schulkinowochen , Kinderfilmfesten oder Ferienprogrammen einen Kurs anbieten möchte. Das sind öffentliche Kurse, zu denen sich dann jedes Kind anmelden kann. Je nach Konzept führe ich die Kurse teilweise mit Co-Referenten oder Praktikanten zusammen durch.

Bei den Schulkinowochen in Augsburg habe ich z.B. Bluebox-Workshops angeboten, an denen täglich etwa 60 Kinder teilgenommen haben, also immer drei Schulklassen pro Tag. Die Kinder können dann bei mir Filme machen. Manchmal arbeite ich auch mit Audio und Hörspiel aber überwiegen mit verschiedenen Filmkonzepten, von Bluebox über Kids TV, Comedy Street bis hin zu Musikvideos.

Bis jetzt finden diese Workshops nur in Baden-Württemberg und Bayern statt. Planen Sie, das Angebot vielleicht irgendwann auch auf andere Bundesländer auszuweiten?

Also daran habe ich auf jeden Fall großes Interesse, aber das ist nicht so einfach, weil die Offenheit dafür noch ein bisschen fehlt. Ich habe zwar bisher schon zwei, drei Anläufe gestartet, aber es ist noch nichts Konkretes zustande gekommen.

Warum empfinden Sie Medienkompetenz als so wichtig für Kinder?

Ich finde es wichtig, dass die Kinder wegkommen von dem passiven Konsumieren, und dass sie ihre eigenen Ideen vom Fernsehen oder Kino umsetzen und ihrer Fantasie freien Lauf lassen. Natürlich geht es auch ein Stück weit darum, sie zu animieren, nicht bloß irgendwelche Sachen nachzuspielen, sondern Eigenes zu entwickeln. Im Normalfall ist bei Kindern der Drang, selber ihre Geschichte zu erzählen, aber schon stark genug.

Die Kinder haben meist Vorwissen und die notwendigen Mittel zur Verfügung, sei es ein digitaler Fotoapparat, ein PC oder manchmal auch eine Videokamera oder ein Handy mit Film-und Audiofunktion. Unsere Aufgabe ist es dann, ihnen entweder indirekt auf der Selbstlern-Ebene mit den Online-Workshops oder direkt im Workshop eine Plattform zur Umsetzung ihrer Ideen zu bieten, sodass sie dann aktiv Medien produzieren und gestalten können.

medienbewusst.de bedankt sich bei Frau Baum für das Interview und wünscht weiterhin viel Erfolg bei den Workshops und der Projektseite.

Was Eltern bei ähnlichen Angeboten prüfen können

Medien-Workshops für Kinder: Worauf Eltern achten können

Allgemeine Punkte, unabhängig vom einzelnen Anbieter:

  • Wer leitet den Workshop?Im Interview ist das eine Sozialpädagogin mit pädagogischer Ausbildung - das sollte bei jedem Angebot erkennbar sein.
  • Wird selbst produziert statt nur zugeschaut?Baum betont im Gespräch genau diesen Unterschied: Kinder sollen eigene Ideen umsetzen, nicht nur Medien konsumieren.
  • Ist eine Begleitperson erreichbar?Bei Selbstlern-Angeboten im Netz lohnt ein Blick, ob Rückfragen an einen Erwachsenen möglich sind.
  • Passt das Thema zum Kind?Manche Kinder filmen schon als Hobby, andere probieren lieber Hörspiel oder Schreiben aus - beides kam im Interview vor.
  • Ist das Angebot noch aktiv?Bei einem Interview aus dem Jahr 2012 lohnt vor einer Anmeldung immer eine eigene Prüfung, ob Anbieter und Kurs noch bestehen.

Passend dazu

Wer mit seinem Kind selbst aktiv werden will, statt nur zuzuschauen, findet unter Trickfilm, Foto und Podcast: Medien selbst gestalten weitere Ideen zum eigenen Produzieren. Wer eher am Audioteil hängen geblieben ist: Podcasts und Hörspiele für Kinder zeigt, woran gute Angebote zu erkennen sind. Und wer von der Selbstlern-Idee der Workshops auf andere Themen schauen will, wird unter Programmieren für Kinder fündig.

Zuletzt geprüft am 05.10.2026

Redaktioneller Stand

Geprüft am
05.10.2026
Geprüft von
Redaktion medienbewusst.de
Wiedervorlage
04.10.2028

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