Frag doch mal das Internet – Nachrichtenportale für Kinder


Die Berichterstattung in Zeitungen, im Radio und im Fernsehen ist für Kinder häufig rätselhaft. Da werden Begriffe verwendet, die sie noch nicht kennen, oder komplexe Zusammenhänge thematisiert, die ihnen erst noch erklärt werden müssen. Wie können sich Kinder dennoch über das aktuelle Tagesgeschehen informieren? Wo werden Nachrichten kindergerecht aufbereitet?

Es gibt tatsächlich zahlreiche Angebote, welche kinderfreundlich Nachrichten aufbereiten. Zu finden sind sie dort, wo sich bereits ein Fünftel der Vier- bis Sechsjährigen auskennt: Im Internet. Die verschiedenen Nachrichtenportale nutzen dabei alle Möglichkeiten, die das Netz zu bieten hat. So sind Nachrichten sowohl in Textform, als auch als Audio- oder Videostream abrufbar.

Portale, die ihre Nachrichten vorwiegend als klassische Textbeiträge verfassen, sind beispielsweise sowieso.de und news4kids.at. Bei beiden Plattformen werden Nachrichten kindergerecht als kurze Meldungen aufbereitet und mit Bildern illustriert. „sowieso.de“ bietet zusätzlich eine Stichwortsammlung, in der die Begriffe aus der Berichterstattung noch einmal ausführlich erklärt werden. Das Nachrichtenportal ist so erfolgreich, dass es mittlerweile sogar durch das Bundesfamilienministerium gefördert wird.

In der Kinderzeit, einem Portal der Zeitung Die Zeit, werden ebenfalls aktuelle Themen aufgegriffen. Diese wechseln sich mit Unterhaltung in Form eines wöchentlichen Kreuzworträtsels ab und beinhaltet Themen, die teilweise auch in dem neuen Kindermagazin der Zeit, Zeit Leo, zu finden sind.

Schriftliche Artikel lassen sich auch auf der Plattform Minitz finden. Diese sind jedoch lediglich die Verschriftlichung dessen, was in den Videobeiträgen gesagt wird. Denn das Portal verfasst seine Nachrichten hauptsächlich in kleinen Filmen, die sich mit jeweils einem Thema befassen und von unterschiedlichen, animierten Figuren moderiert werden. Hier kann man sich also von Meldung zu Meldung klicken. Ander ist das bei der TV-Nachrichtensendung logo!, wo die einzelnen Folgen in der KI.KA Mediathek verfügbar sind.

Schließlich gibt es noch Portale, die Nachrichten in Form von Radiobeiträgen aufbereiten. Dazu gehört beispielsweise die tagesaktuelle Sendung „Klicker“, welche unter lilipuz.de sowohl zum Anhören als auch als Podcast verfügbar ist. Wöchentlich produziert werden die Sendungen „Zebra-Vier“, anzuhören auf radiobremen, sowie Klaro. Letzteres ist eine auf Podcast verfügbare Radiosendung, die Kinder auf eine ganz besondere Weise einbindet: Die Redaktion besucht zu jeder Sendung eine vierte Klasse in Bayern, welche die Sendungsbeiträge verfasst. Möchte eine Schulklasse an der Sendung teilnehmen, kann sie sich auf der Website bei der Redaktion bewerben.

Auch viele der anderen Portale möchten ihre Zuhörerschaft nicht nur informieren, sondern in den Prozess der Nachrichtengestaltung einbeziehen. So bieten zum Beispiel die „Kinderzeit“ und das Portal „news4kids.at“ die Möglichkeit, eigens verfasste Geschichten und Gedichte einzusenden, welche auf der Plattform veröffentlicht werden.
Auf „sowieso.de“ sowie bei „Minitz“ wird aktiv um Kinderreporter geworben. Beide Portale bieten einen animierten Online-Kurs an, in dem sich die Kinder mit den grundlegenden Regeln des Journalismus vertraut machen und ihr Wissen darüber in einem kleinen Test prüfen können. So werden die Kinder ermutigt, eigene Beiträge zu verfassen und Nachrichten selbst zu gestalten.

Sehr hilfreiche Startpunkte bei der Suche nach Kindernachrichten im Netz sind Seiten wie seitenstark.de oder die Kinderseite der Tagesschau. Hier sind auf einen Blick alle Neuigkeiten anderer Nachrichtenportale für Kinder zusammengefasst.

Es gibt also zahlreiche Möglichkeiten, wie sich Kinder im Internet umfassend mit altersgerecht gestalteten Nachrichten über das aktuelle Tagesgeschehen informieren und sich nach Wunsch auch selbst einbringen können. Setzt sich die Entwicklung neuer Kindernachrichtenformate zukünftig fort, sind die Themen auf dem Schulhof in Zukunft vielleicht nicht mehr das Mittagessen oder die Mathestunde, sondern der Nahostkonflikt oder die Debatte um Atomkraft.

Florian Sulies

Bildquelle:
© Susan Montgomery – flickr.com

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