„Ist doch logo!“ – 20 Jahre Nachrichten für Kinder


Wie erklärt man Kindern das Wahlsystem oder den Nahost-Konflikt? Die Redakteure und Moderatoren der ZDF-Kindernachrichten „logo!“ erklären das Weltgeschehen so anschaulich, dass auch Kinder und Jugendliche es verstehen können. Im Januar feierte die TV- Nachrichtensendung für Kinder ihren 20. Geburtstag und die 6000. Ausgabe.

Kinder haben das grundlegende Bedürfnis ihr Wissen zu erweitern und zu lernen wie die Welt, in der sie leben, funktioniert. Fernsehsender wie ARD, ZDF oder KI.KA greifen dieses Bedürfnis auf: „Beim KI.KA kann ich auch was lernen und bekomme auch gute Tipps“. 53 Prozent der sechs- bis 13-jährigen Kinder stimmen dieser Aussage zu, wie die Studie „Kinder und Medien 2003“ zeigte. Besonders der KI.KA zeichnet sich durch ein umfangreiches und vielfältiges Angebot an Wissensformaten für Kinder aus. Allen voran: „logo!“, die Kindernachrichtensendung.

Seit nunmehr 20 Jahren erklären Redakteure und Moderatoren Kindern und Jugendlichen die Ereignisse in der Welt. Die Kindernachrichtensendung, die mit zwei Ausgaben pro Tag werktäglich vom ZDF produziert und im KI.KA ausgestrahlt wird, stellt ein wichtiges Regelangebot des KI.KA im Informationsbereich dar.

Das 45-köpfige Team von „logo!“ berichtet über alles, aber zeigt nicht alles- ­ weil die Zuschauer eben Kinder sind, sagt die Leiterin der Hauptredaktion Kinder und Jugend, Barbara Biermann, die  1988 bis 1992 selbst als „logo!“-Moderatorin vor der Kamera stand. Dies ist nicht immer ganz einfach, etwa wenn es um eine Kindesentführung oder schlimme Attentate geht. Hier müssen laut Biermann vor allem Ängste des jungen Publikums aufgefangen ­ und Antworten gegeben werden. „Kinder sollen in der Sendung alle Themen finden, über die sie auf dem Schulhof sprechen“, sagt Biermann. „Es geht um den Blickwinkel der Kinder, um ihre Lebenswelt und nicht darum, was Erwachsene meinen, was Kinder zu interessieren habe.“ Die Redaktion beschäftigt sich mit aktuellen Themen, überfordert die Kinder aber auf der anderen Seite nicht mit Themen, die sie nicht verarbeiten können. Auch wenn komplizierte Begriffe in der Sendung auftauchen, weiß sich die „logo!“- Redaktion zu helfen. Vor allem der Einsatz von Grafiken hat sich bewährt. Mit einfachen Mitteln werden etwa „Pendlerpauschale“, die Folgen der Finanzkrise oder die „Menschenrechte“ erklärt.

Der regelmäßige Kontakt mit der Zielgruppe, der Acht- bis Zwölfjährigen, sei besonders wichtig, sagt Eva Radlicki, die zuerst als Praktikantin anfing, später dann die Redaktion leitet. „Dafür gehen die Redakteure hin und wieder mit einer DVD unterm Arm in eine Schulklasse und zeigen ihre Beiträge. Das habe ich früher auch gemacht – da hat mir ganz schön das Herz geklopft.“ Denn Kinder sind kritisch und äußern meist ehrlich und ungeschminkt ihre Meinung. Das bekommen auch Politiker zu spüren, wenn sie den Kinderreportern von „logo!“ Rede und Antwort stehen. Als Nachwuchsreporter versuchen sich die Kinder an Themen, die sie interessieren. Sei es Politiker zu befragen, oder über Sportwettkämpfe und Ausstellungen zu berichten. Kinder können auch in der Rubrik „Redezeit“ aktiv werden. Sie schreiben an die Redaktion, wenn sie ein konkretes Problem lösen wollen. „Wenn unsere Recherche ergibt, dass die Geschichte zu „logo!“ passt, fährt das „logo!-Mobil“ zu den betroffenen Kindern und es entsteht ein Beitrag“, erklärt Radlicki.

Derzeit heißt es zehnmal die Woche „Hallo bei logo!“ – davon neunmal werktags im KI.KA und samstags um 08.50 Uhr im ZDF. Im Durchschnitt schauen nach ZDF-Angaben 210 000 Kinder am Tag „logo!“. medienbewusst.de hofft auf mindestens weitere 20 Jahre „logo!“ und wünscht alles Gute zum Jubiläum!

Annika Heselbarth