Wenn Delfine Helden werden


Inspiriert von einer wahren Geschichte aus Florida startete am 15. Dezember der Film über das mutige Delfin-Weibchen „Winter“ auch in unseren Kinos. In „Mein Freund, der Delfin“ wird der Überlebenskampf des jungen Tieres nacherzählt und heraus kommt eine Story, die sich Millionen von Menschen zum Vorbild genommen haben.

Auf dem Weg zur Schule findet der 11-jährige Sawyer (Nathan Gamble) am Strand einen verletzten Delfin. Er befreit den intelligenten Säuger aus den Seilen einer Krebsfalle und bekommt anschließend Hilfe von den Meeresbiologen des Clearwater Marine Hospitals.

Der Delfin und sein Retter bauen eine enge Beziehung zueinander auf. Der Junge ist der Einzige, von dem Winter Nahrung annimmt. Doch der Überlebenskampf des Delfins ist noch lange nicht vorbei. Die verletzte Schwanzflosse entzündet sich und muss amputiert werden. Gemeinsam mit dem Meeresbiologen Clay (Harry Coonick Jr.), dessen Tochter Hazel (Cozi Zuehlsdorff) und dem Prothesen-Experten Dr. McCarthy (Morgan Freeman) versucht Sawyer alles, um Winter am Leben zu erhalten. Dabei findet er nicht nur neue Freunde, sondern entdeckt auch sich selbst. Um das Tier zu retten opfert er jede freie Minute.

In dem Film von Regisseur Charles Martin Smith spielt Winter sich selbst und überzeugt dabei nicht nur die kleinen Zuschauer. Ihr Mut und ihr Durchhaltevermögen machten sie zum Symbol der Hoffnung für das ganze Publikum.

Doch auch die menschliche Besetzung lässt nicht zu wünschen übrig. Morgan Freeman brilliert als Dr. McCarty und Ashley Judd spielt Sawyers Mutter, die versucht ihren Sohn zu unterstützen wo sie nur kann. Hauptdarsteller Nathan Gamble erweist sich dabei als sympathischer Jungdarsteller der durchaus Potenzial für Größeres hat.

„Mein Freund, der Delfin“ ist kein Remake von Flipper. Es ist eine eigene Geschichte über die Beziehung eines Tieres zu den Menschen und umgekehrt. Dabei folgt eine Komplikation der nächsten, was Spannungspausen gar nicht erst entstehen lässt. Dennoch kommen auch gefühlvolle Momente nicht zu kurz.

Die Aufnahmen an der Küste von Florida machen Lust auf Urlaub und Naturerlebnisse. Einzig und allein die 3D-Effekte machen den Film nicht wirklich besser. Viel eindrucksvoller sind die Unterwasseraufnahmen von Sawyer und Winter. Wenn sie gemeinsam durchs Bild schwimmen, fühlt man den Spaß und die Freiheit und hat Freude an ihrer wachsenden Freundschaft.

Da auch Sawyers verletzter Cousin in die Geschichte eingebunden wird, kann das Problem einer Behinderung auch auf die menschliche Seite übertragen werden. Dadurch bietet der Film eine Diskussionsgrundlage für Groß und Klein, um mit dem Nachwuchs das Gesehene im Anschluss nochmals Revue passieren zu lassen und sie für das Thema der körperlichen Einschränkung zu sensibilisieren.

Weitere Möglichkeiten hierfür bietet vor Allem die Internetseite des Clearwater Marine Hospitals. Unter www.seewinter.com findet man verschiedene Webcams, über welche man Winter und ihre Artgenossen täglich beim Schwimmen, Fressen und Spielen beobachten kann.

Alles in Allem ist „Mein Freund, der Delfin“ ein Film, der in all seinen Facetten überzeugt. Die Kraft und der Mut Winters machen Hoffnung für alles Kommende und lassen den Kinobesuch dabei zu einem inspirierenden Erlebnis werden.

Sarah-Sophie Eckerlein

Bildquelle:
© warner bros. entertainment