Wenn Kinder Radio machen


Die Welt des Radios spielt zwar im Leben eines Kindes oftmals noch eine untergeordnete Rolle, aber es gibt dennoch Mittel und Wege für Kinder, Radio kennenzulernen und sich auszuprobieren.  Der Freie Rundfunk International, kurz Radio F.R.E.I. aus Erfurt gibt Kindern die Möglichkeit Radio hautnah mitzuerleben.

Die Kinderredaktion entstand Mitte der 90er Jahre aus dem Freundes- und Bekanntenkreis der Mitglieder des Senders und ist eine der ältesten Redaktionen des Senders. Aber wie kommen die Kinder nun zum Radio? Zum Beispiel, indem sie über Projekte mit Grundschulen die Möglichkeit erhalten, Radio zu machen und bei den F.R.E.I. – Sprechern einzusteigen. Einige kommen über Ferienaktionen in die Redaktion, andere wurden durch die Sendung im Radio auf die Kinderredaktion aufmerksam und sind seitdem im Team dabei.

Kinder im Alter von sieben bis zirka zwölf Jahren setzen ihre Ideen in Eigenregie um. Sie berichten über das, was sie bewegt und interessiert. So werden Hörspiele gesendet und Interviews mit verschiedensten Persönlichkeiten geführt. „Wenn die Kinder ein Interview durchführen wollen, werden Termine mit den zu betreffenden Personen vereinbart und dann machen sich die Kinder auf den Weg“, so Mila Burghardt, die die Kinder medienpädagogisch betreut. 2010 ging eine Sendung mit dem Namen “Philosophische Fische“ on Air. Dabei beantworten Kinder Fragen, die die Welt bewegen. So gibt es also nicht nur feste Projekte, an denen die Kinder arbeiten, sondern auch Projekte, die über Ideen innerhalb der Redaktionssitzung bearbeitet und sendefertig gemacht werden.

Da die Kinder ihr eigenes Radio machen, stellt auch die zu bedienende Technik der Mischpulte und Mikrophone für sie kein Hindernis dar. Alles ist in sicherer Kinderhand, auch das Schneiden der Beiträge zu einem sendefähigen Bericht. Dies rührt laut Steffen Hennersdorf, Mitarbeiter von Radio F.R.E.I. und Koordinator der Kinderprojekte, daher, dass die Kinder so vertraut mit Computern und mit Technik seien, sodass im Umgang mit dieser keine Hemmschwellen mehr abgebaut werden müssen. Die Betreuer stehen natürlich trotzdem jederzeit helfend zur Seite. Was Steffen Hennersdorf an der Kinderredaktion besonders schätzt, ist, „dass sie für Trubel sorgt, dass man auf neue Gedanken kommt und diese besondere Klarheit, denn Kinder sind noch nicht so abgeklärt und routiniert.“

Eine solche Redaktion ist natürlich ständigen altersbedingten Wechseln unterworfen. Einige der älteren Kinder wechseln in die Jugendredaktion des Senders und Jüngere rücken nach. Es gibt immer wieder interessierten Nachwuchs und mitmachen darf jeder, der Lust hat. Mila Burghardt ist überzeugt: „In Jedem steckt Potential. Das Radio ist in vielen Bereichen für die Entwicklung der Kinder gut. Es schafft Selbstbewusstsein und ist kreativitätsfördernd. Die Teamfähigkeit der Kinder wird ebenso gefördert.“

Was die Themen angeht, so sind es die Kinder, die sie rüberbringen und zwar auf ihre Art. Die Kinder sollen sagen, was sie zu sagen haben, denn „Erwachsenenstimmen haben im Kinderradio nichts zu suchen“, so Mila Burghardt. Die Organisation im Hintergrund hingegen wird von ihr übernommen, damit die wöchentliche Redaktionssitzung für die Kinder reibungslos verläuft. 96,2 MHz lautet die Frequenz auf der die Kinder und alle Interessierten jeden Sonntag ab 9.00 Uhr im Großraum Erfurt das Ergebnis ihrer Arbeit im Radio hören können.

Sophia Werner

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