Polizei klärt über Gefahren im Internet auf


Seit 2006 setzen sich die Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes (ProPK), die Deutsche Telekom AG und die Freiwillige Selbstkontrolle Multimedia (FSM) gemeinsam für die Förderung der Internetkompetenz von Eltern ein. Die Aktion Kinder sicher im Netz möchte über mögliche Gefahren aufklären und Kindern einen verantwortungsvollen Umgang mit den neuen Medien beibringen. medienbewusst.de hat mit Andreas Mayer, Kriminaldirektor und Leiter der Zentralen Geschäftsstelle der ProPK, über Inhalte und Ziele des Projekts gesprochen.

 

Herr Mayer, die Aktion „Kinder sicher im Netz“ wurde vor 6 Jahren ins Leben gerufen. Was war der Anlass dafür? 

Der Anlass dafür waren zunehmende Fragen, die der Polizei gestellt wurden. Insbesondere von Eltern, aber auch von Kindern und Jugendlichen. Die Fragen lauteten zum Beispiel: „Wie schütze ich mein Kind vor unerwünschten Kontakten im Internet?“ oder „Was gebe ich von mir im Internet preis, ohne eventuell Opfer einer Straftat zu werden?“ Die Polizei, insbesondere das ProPK (Programm Polizeiliche Kriminalprävention), sah sich gezwungen zu reagieren.

An wen richtet sich das Angebot der Kampagne?

Sowohl an Eltern und Erziehungsberechtigte als auch an Kinder und Jugendliche. Unser erster Videospot „Chatten. Aber sicher!“ richtet sich speziell an Kinder und Jugendliche. Er ist auf verschiedenen Internetportalen eingestellt, wird aber auch im Rahmen bundesweiter Vorträge an Schulen und in Workshops eingesetzt. Mit unserem neuen Spot Surfen. Aber sicher! versuchen wir speziell Eltern zu erreichen. Diese Spots sind so gedacht, dass sie, eingebettet in Vorträge, zur Kommunikation mit der jeweiligen Zielgruppe führen.

Was sind die generellen Aufgaben der ProPK? 

Wir haben zwei Hauptaufgaben. Die eine ist die kriminalpräventive Öffentlichkeitsarbeit, mit der wir versuchen, die Bevölkerung vor Kriminalität zu warnen. Und gleichzeitig produzieren wir Medien aller Art. Vom kleinen Aufkleber, über Faltblätter, umfangreiche Broschüren und Handreichungen für Experten, bis hin zu aufwendigen Filmproduktionen. Unser Ziel ist es mit den Medien die kriminalpräventive und pädagogische Arbeit vor Ort zu unterstützen.

Andreas Mayer

Was macht die ProPK außerdem für den Schutz von Kindern im Internet?

Seit 2006 publizieren wir für Eltern die Broschüre Klicks-Momente. Wir haben auch eine Handreichung für Lehrkräfte entwickelt. In dieser geben wir einen Überblick über inhaltliche, technische und kommunikative Risiken und die Problematiken „Spielsucht“, „Computerspiele“, „Cybermobbing“ und „Cyber-Grooming“ (Anm. d. Red.: Cyber-Grooming ist das gezielte Ansprechen von Kindern und Jugendlichen im Internet mit dem Ziel der Anbahnung sexueller Kontakte). Vor etwa einem Jahr haben wir gemeinsam mit dem SWR einen Kinderkrimi publiziert, der im KI.KA gesendet wurde.

Was raten Sie Eltern im Umgang mit dem Medienkonsum ihrer Kinder?

Eltern und Erziehungsberechtigte sollten sich intensiv dafür interessieren, was ihre Kinder im Netz tun und wo sie sich aufhalten. Sie sollten mit ihren Kindern in den Dialog eintreten und sich regelmäßig mit ihnen über die Vorgänge im Netz austauschen. Ich wünsche mir, dass man Kinder weniger beaufsichtigen und weniger reglementieren muss und ihnen vertraut.

 

medienbewusst.de bedankt sich bei Herrn Mayer für das Interview und wünscht weiterhin viel Erfolg bei der Präventionsarbeit vor Gefahren im Internet.

Wanda Kesel

Bildquelle:
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