Walt Disney – Vom einfachen Farmer zum großen Medientycoon


Am 6. März ist es endlich auch hier in Deutschland soweit. „Saving Mr. Banks“ erscheint in den Kinos und zaubert etwas Filmgeschichte auf die große Leinwand.
Der biografische Film erzählt von Walt Disney und seinem ehrgeizigen Vorhaben, ein Versprechen einzulösen. Er möchte für seine Töchter den Literatur-Klassiker „Mary Poppins“ endlich in bewegte Bilder umsetzen, um ihnen und auch sich selbst damit einen Traum zu verwirklichen.
Allerdings gestaltet sich dieses Vorhaben weitaus schwieriger als zunächst angenommen und der ehrgeizige Filmemacher muss einige Hindernisse überwinden – allen voran die uneinsichtige „Marry Poppins“-Autorin P. L. Travers -, um seinen Worten doch noch Taten folgen zu lassen.
Diesen eher seltenen filmischen Einblick in das Leben von Walter Elias Disney nimmt sich „medienbewusst.de“ zum Anlass einmal hinter die Kulissen des Konzerns zu schauen, um zu sehen wer dieser Visionär, dessen Namen jeder kennt, wirklich war.

Geboren wurde Disney als eines von fünf Kindern eines Farmers aus Illinois. Dort wuchs er in einfachen und rauen Verhältnissen auf. Meist musste er in seiner Freizeit auf dem Hof helfen und sein Alltag war dadurch von körperlich anstrengender Arbeit geprägt. Doch Disney bemerkte schnell selbst, dass seine Talente in anderen Bereichen liegen. So fing er schon in frühen Jahren an, munter drauf los zu zeichnen. Sein Können fiel schnell einigen Nachbarn auf und so begann der Junge – schon damals mit einem Sinn fürs Geschäft gesegnet -, seine Werke an eben jene zu verkaufen.

Mit gerade einmal 18 Jahren versuchte Disney dann zum ersten Mal, seine Kreativität und sein Können professionell einzusetzen und landete nach einigen Umwegen schließlich bei der „Kansas City Film Ad Company“. Dort lernte er viel über technische Standards und begann, selbst mit verschiedenen Animations- und Kameratechniken zu experimentieren. Disney erkannte schließlich das Potenzial solcher Animationen und beschloss, sich selbstständig zu machen und eine eigene Firma zugründen. „Laugh-O-Grams“ musste allerdings nach anfänglichen Erfolgen aufgrund von zu großer Schuldenlast Konkurs anmelden.

Walt, dessen Willen weiterhin ungebrochen war, und sein Bruder Roy nahmen daraufhin ihr Erspartes und wagten den Schritt nach Kalifornien. Hollywood – ein Platz für Visionäre und die Traumfabrik des Landes – das war der richtige Ort für die beiden Brüder, um neu zu starten. So geschah es also, dass sie am 16.10.1923 das „Disney Brothers‘ Studio“ ins Leben riefen – dies war der Startschuss für eine turbulente und aufregende Zeit.

Zunächst hielt sich Disney mit kleineren Comics und Zeichnungen für Zeitungen über Wasser und fasste so Schritt für Schritt Fuß an der Westküste Amerikas. Einige Jahre später schuf Walt Disney dann – zusammen mit seinem langjährigen Partner Ub Iwerks – eine Kultfigur, welche den Namen Disney auf Jahrzehnte hin prägen sollte. 1927 erblickte die berühmte Micky Maus zum ersten Mal das Licht der Welt, wenn auch vorerst nur als Konzept und fernab jeglicher Öffentlichkeit. Es dauerte noch einige Zeit bis das erste Abenteuer der sympathischen Maus den Weg auf die Leinwand fand. „Steamboat Willie“ hieß die erste Episode mit Micky Maus und war in Kombination mit neuartigen Ton- und Soundeffekten ein bahnbrechender Erfolg, welcher den Grundstein legte für ein rasantes Wachstum und einen beispiellosen Aufstieg.

In den darauffolgenden Jahren schien die schöpferische Kraft der Disney Studios keine Grenzen zu kennen. Es entstanden Kultfiguren wie Minnie Mouse, Donald Duck und Goofy. Außerdem kreierten die Kreativen von Disney Oscar prämierte Cartoons wie das erste in Farbe produzierte Werk “Flowers and Trees”.

Aber erst 1937 gelang es den Disney Studios sich endgültig unter den ganz großen Spielern im Markt zu manifestieren. In dem Jahr erschien der erste vollständig animierte Spielfilm in den Kinos: “Snow White and the Seven Dwarfs”, welcher bis heute ein Meilenstein im Bereich des Trickfilms darstellt und insgesamt acht Oscars gewann. Auch aus finanzieller Sicht übertraf die Produktion alle Erwartungen. So spielte der Film insgesamt unglaubliche 1.499 Millionen US-Dollar ein. Für damalige Verhältnisse eine immense Summe – und das auch noch während der großen Depression.
Was danach folgte ist Geschichte. Innerhalb der nächsten fünf Jahre entstanden weitere Klassiker unter der Flagge der Disney Studios, darunter Filme wie “Bambi” oder “Pinocchio”. Der Erfolg hatte die Brüder erreicht und er blieb bis heute.

Walter Disney sagte einst: “Laughter is america’s most important export” (“Spaß ist Amerikas wichtigster Export”). Und er sollte eine Pionierrolle für diese Branche einnehmen. Heute ist die “Walt Disney Company” einer der größten Medienkonzerne weltweit und in den verschiedensten Geschäftsbereichen tätig. Filme, Fernsehen, Freizeitparks, ja sogar Kreuzfahrtschiffe gehören zum Portfolio der Marke rund um Micky Maus. Disney verbreitet so Freude und Lachen über Ländergrenzen hinaus und ist dabei auch noch enorm erfolgreich. Und alles begann mit einer kleinen Farm in Illinois und einer Menge Fantasie.

Kevin Stark

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