Goldener Spatz 2014: “Das Niveau wird graduell immer besser”

„Wir haben schon seit einigen Jahren ein gutes Niveau, das graduell immer besser wird.“, so die Festivalleiterin Margret Albers, die seit 17 Jahren bei dem Deutschen Kinder-Medien-Festival „GOLDENER SPATZ“ dabei ist. Die 22. Preisverleihung fand am 16. Mai in Erfurt statt. Im Anschluss hat medienbewusst.de die Chance genutzt und ein Interview mit Frau Albers geführt.

Es war sehr beeindruckend bei der Pressekonferenz, wie die Kinder die Filme wahrnehmen und sich auch dazu äußern in ihrem Alter.
Das sind natürlich filminteressierte Kinder, die sich bei uns bewerben, aber ich finde es immer wieder erstaunlich, wenn man ihnen die Rolle gibt, über die Filme zu diskutieren und Entscheidungen zu treffen, was da kommt – wie ernst sie das nehmen.

Gab es für Sie ein Festival Highlight?
Besonders schön war in diesem Jahr, das wir von der Eröffnung bis zur Preisverleihung einen guten Lauf hatten. Die Eröffnungsfeier am Sonntagnachmittag in Gera war einfach schon ein Highlight, da man ja nicht oft das Privileg hat mit einer Weltpremiere mit Cast, Crew und Nasenbär aufzumachen.

Auf der Pressekonferenz im Januar haben Sie gesagt, dass Sie sich durch die Sichtung neue Tendenzen versprechen – kann man davon in diesem Jahr sprechen?
In vielen Beiträgen dieses Jahr wurde gesungen, getanzt oder beides. In der Jugendfilmreihe „Systemfehler – Wenn Inge tanzt“ geht es um eine Band, in dem Eröffnungsfilm „Quatsch und die Nasenbär-Bande“ wurde gesungen. Es werden mehr Genres bedient, mit „Die schwarzen Brüder“ hatte man einen historischen Film, man hatte Märchenfilme, mit „Rico, Oskar und die Tieferschatten“ eine Bestsellerverfilmung und mit „Ostwind“ und „Horizon Beautiful“ Originalstoffe.

Wenn Sie jetzt zurückblicken, wie beurteilen Sie die Qualität der Einsendungen?
Die Auswahl fällt immer schwerer. Da hat sich in den letzten Jahren, was die Qualität und die Quantität des Angebotes anbelangt, viel bewegt. Wir haben schon seit einigen Jahren ein gutes Niveau, das graduell immer besser wird. In der Auswahlkommission werden wir eine immer schwierigere Aufgabe haben, weil man erheblich mehr ins Programm aufnehmen könnte, als dann im Endeffekt möglich ist.

Das Festival findet jedes Jahr statt – will man sich immer wieder übertrumpfen? Wie motiviert man sich jetzt für das nächste Festival?
Das Schöne an dieser Arbeit ist, dass einem in dieser Festivalwoche vor Augen geführt wird, ob man einen guten Job gemacht hat. Wenn wir dann durchgeschnauft haben, überlegen wir, was als nächstes kommt. Wir sind erst einmal glücklich, dass es so gut gelaufen ist, wir tolles Feedback bekommen haben und, dass wir Zuwachs bei den Besuchern hatten. Es geht darum, das Niveau zu halten. Welche Besonderheiten man sich für das nächste Jahr einfallen lässt, wird deutlich, wenn es sich ein Stück weit konkretisiert hat, welche Produktionen fertig werden.

Wann beginnen Sie mit der Planung für das kommende Festival?
Es geht Ende August / Anfang September los – da werden die Ausschreibungen und das Reglement für den Kino-TV-Wettbewerb vorbereitet und geschaut, welche Schwerpunkte es bei den Online-Wettbewerben gibt. Es gibt jetzt auch schon Dinge wie Partnersuche für die Kinderjury – einige Sachen werden noch vor der Sommerpause erledigt.

Recherchieren Sie selber zielgruppenrelevante Themen?
Man besucht andere Veranstaltungen und Festivals, wird in andere Jurys eingeladen. Durch Projekte wie „Akademie für Kindermedien“, „Der besondere Kinderfilm“ und „Fernsehen aus Thüringen“ habe ich auf unterschiedliche Weise Kontakt zu Filmemachern und kriege ganz gut mit, was gerade so in der Pipeline ist. Auch mal ein internationales Festival zu besuchen und dort mit den Kollegen in Kontakt zu treten, ist wichtig.

Könnten Sie sich vorstellen, dass bei den kommenden Festivals auch internationale Produktionen gezeigt werden?
Naja, das ist das Alleinstellungsmerkmal des GOLDENEN SPATZ – das ist eine unserer Besonderheiten. Es gibt jede Menge internationale Festivals. Unsere große Stärke ist es, dass wir uns auf deutschsprachige Produktionen konzentrieren. Denn das gibt uns die Möglichkeit, nicht nur Spielfilme und Kurzfilme zu zeigen, sondern die ganze Bandbreite an Programm. Es gibt kein Festival in Deutschland im Kinder-Medien-Bereich, das so viele Fachbesucher hat.

Was macht Ihnen persönlich Spaß daran, mit den Kindern zu arbeiten? Ist ein Aspekt die Ehrlichkeit der Kinder, der Sie so motiviert?
Es sind zwei Aspekte, einerseits ist es die Art, wie man die Kinder erlebt und das andere ist die angesprochene Ehrlichkeit. Den Kindern ist es egal, ob es ein Film ist, der schon viele Preise gewonnen hat oder ob er von berühmten Leuten gemacht wurde – diese ganzen externen Faktoren, die bei Erwachsenenjurys eine Rolle spielen, sind den Kindern egal.

Woher nehmen die Kinder das Selbstbewusstsein, auf so einer großen Bühne zu sprechen und ihre Beurteilungen vorzulesen?
Das macht die Woche – dass viele Kinder schon Interviews gegeben haben unter der Woche, alle Augen auf sie gerichtet waren. Das hat sie einfach bestärkt in ihrer Aufgabe und vor dem Hintergrund ist es ihnen auch nicht so schwer gefallen, sich auf die Bühne zu stellen und ihre Entscheidungen zu präsentieren.

Anna Peeters

Bildquelle:
© goldenerspatz.de

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